Projekte 2010

Für das Jahr 2010 erreichten uns wieder zahlreiche interessante Projektvorschläge, aus denen die Jury eine Auswahl treffen musste.

Von 45 eingegangenen Vorschlägen wurde 10 Projekte ausgewählt, die im Jahr 2010 mit max. je 10.000 € gefördert werden.
Diese 10 Projekte haben voraussichtlich ein Gesamtvolumen von ca. 99.460 €.

Im Februar erreichte uns die Mitteilung, dass für das Landesprogramm LSK noch Mittel zur Verfügung stehen. So können wir noch zwei weitere Projekte fördern, deren Fördervolumen jeweils bei max. 7.000 € liegt.

Wie gewohnt informieren wir Sie nachfolgend über den Inhalt, die Laufzeit und die Fördersumme der ausgewählten Projekte in kurzen Steckbriefen. 

Existenzgründer/innentag Friedrichshain-Kreuzberg

Foto: Geschäftsstelle BBWA
  • Träger: LONEX e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 30.06.2010
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung bei der Existenzgründung
  • Ziel: Durchführung eines Existensgründer/innentages für den Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg (am 10.06.2010, 10 - 21 Uhr) unter Nutzung der lokalen Beratungs- und Unterstützungspotentiale mit dem Ziel der Förderung des Gründerklimas im Bezirk.
  • Innovativer Aspekt: Durch die Veranstaltung wird eine Verbindung zwischen dem Gründungsberatungs- und dem lokalen Know-how der veschiedenen Akteure im Bezirk hergestellt.

Der LONEX e.V. hatte sich für seinen Existzenzgründer/innentag in Friedrichshain-Kreuzberg einen ganz besonders heißen Tag ausgesucht, was die Vermutung zuließ, dass vielleicht der/die eine oder andere Existenzgründer/in doch zu Hause bleiben würde. Aber genau das Gegenteil war der Fall. Mehr als 300 Besucher wurden an diesem Tag gezählt
Neben Fachvorträgen und verschiedenen Workshops hatten junge Existenzgründer/innen auch die Gelegenheit mit einem der ca. 100 Aussteller ins Gespräch zu kommen. So gab es neben vielen interessanten Informationen u.a. auch Tipps und Hinweise zur Krankenversicherung für Selbständige oder zur Medienarbeit im eigenen Unternehmen aber auch ganz konkrete Unterstützungsangebote bei den ersten Schritten in die Selbständigkeit.
Den Abschluss bildete am Abend ein regionales Expertenhearing zum Thema "Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit".

Während dieser Veranstaltung hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit zur virtuellen Vernetzung im Internet und zum persönlichen Kennenlernen. Es entstand eine Community für Existenzgründer/innen und junge Unternehmen auf der Internetseite des LONEX e.V. Dieses Portal wird auch nach Projektende rege genutzt (ca. 100 Besucher/ Tag).

Schrift- und Fachsprachunterstützung für Stadtteilmütter

  • Träger: Die Wille gGmbH
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 9.991,12 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Ziel ist die Verbesserung des Schriftdeutsch und die Erweiterung fachbezogener Deutschkenntnisse von ausgebildeten Stadtteilmüttern im Bezirk.
  • Innovativer Aspekt: Bei dem Projekt Stadtteilmütter wird explizit die kulturelle Kompetenz von Migrantinnen genutzt, um einerseites migrant. Familien einen besseren Zugang zu Themen der Kindererziehung zu ermöglichen und andererseits arbeitslosen Frauen langfristig eine berufl. Perspektive zu ermöglichen. Das gab es bisher in dieser Form in Deutschland nicht. Das LSK-Projekt ist ein wichtiger Baustein in diesem Gesamtvorhaben.

Die Stadtteilmütter mit ihren roten Schals und Taschen sind aus Friedrichshain-Kreuzberg nicht mehr wegzudenken. Ihre Arbeit wird nicht nur in den Kiezen sehr geschätzt. Sie sind Ansprechpartner für migrantische Familien bei Alltagsproblemen, Behördengängen und bei der Erziehung der Kinder.
Nun steht diesen Frauen seit 2010 die Möglichkeit offen, eine Weiterbildung zur Sozialassistentin zu absolvieren.
Viele Stadtteilmütter sind aber im Umgang mit der deutschen Sprache sehr unsicher, insbesondere im Umgang mit Fachbegriffen.
Deshalb sollten sie mit diesem Projekt u.a. auch auf eine Sozialassistentinnenausbildung vorbereitet werden.
Der Deutschunterricht wurde speziell auf die Zielgruppe der Stadtteilmütter zugeschnitten. Die Dozentin entwickelte Aufgabenstellungen, die ganz konkret mit der Arbeit der Frauen zu tun hatte. Und es wurde viel praktisch gearbeitet.

Alle Teilnehmerinnen, die die Sozialassistentinnenweiterbildung anstebten, verbesserten während des Projektes ihre Deutschkenntnisse so sehr, dass sie die Zulassungsprüfung bestanden. Aber auch alle anderen Teilnehmerinnen profitierten von den erweiterten Deutschkenntnissen, fühlen sich sicherer im Umgang mit öffentlichen Einrichtungen und können die eigenen Kinder besser im schulischen Bereich unterstützen.

Dachimkerei

Fotos: Nachbarschaftshaus Urbanstr. e.V.
  • Träger: Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 9.796,90 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Auf dem Dach der Urbanstr. 44 soll eine Imkerei eingerichtet werden, die wie eine Schülerfirma mit einer festen Gruppe von Jugendlichen aus der Kinder- und Jugendeinrichtung drehpunkt betrieben wird, um berufsvorbereitende Fertigkeiten einzuüben.
  • Innovativer Aspekt: Die Dachimkerei bringt den Jugendlichen ökologische Zusammenhänge, Tiere und Pflanzen sowie die Herstellung von natürlichen Produkten nahe, ohne große eigene Grünflächen und Ressourcen zu beanspruchen. Die Dachimkerei ist in der Jugendarbeit einer Großstadt eine ungewöhnliche Projektidee, mit der wir Jugendliche neugierig machen wollen, Fertigkeiten und Fähigkeiten erlernen zu können, die sie von anderen abheben.

Bienen auf dem Dach? Wie soll das denn gehen? Und das mitten in der Stadt! Finden die überhaupt genug Nahrung? Diese und andere Fragen schossen vielen durch den Kopf, als sie hörten, dass die Interkulturelle NaturWerkStadt des Nachbarschaftshauses Urbanstraße e.V zusammen mit der Kinder- und Jugendeinrichtung Drehpunkt auf dem Dach des Hauses Urbanstraße 44 mit Jugendlichen eine Dachimkerei betreiben will. Sie haben es gewagt. Im Januar 2010 konnte mit den Fördergeldern von LSK der Aufbau der Dachimkerei beginnen. Potentielle Jungimker und Jungimkerinnen wurden in Infoveranstaltungen angeworben. Der Wissensstand der angehenden Imker/innen war sehr unterschiedlich. Mache waren schon einmal an einem Bienenstand und anderen wiederum war nicht geläufig, dass Honig von Bienen stammt. Alle teilnehmenden Jugendlichen stammten aus Migrantenfamilien. Die Fragen der Eltern und deren Sorgen im Zusammenhang mit den Bienen, konnten in Gesprächen und muttersprachlichen Informationsblättern beantwortet werden.

Dann ging es mit zwei Gruppen neugieriger Jungs und Mädchen, aber noch ohne Bienen, los. Zuerst musste ein Zuhause für die Bienen geschaffen. In der Holzwerkstatt des Drehpunkts wurde gehämmert und gebohrt um Rähmchen für drei Bienenvölker herzustellen. Mit den Jugendlichen wurde Material und Ausrüstung gekauft, Schutzkleidung anprobiert und der zukünftige Standort hergerichtet. An einem Abend im März kamen dann endlich die Bienen. Herr Graf, der Imker, der die Teilnehmer/innen das ganze Bienenjahr begleitet und angeleitet hat, brachte drei Kisten, die auf das Dach geschleppt wurden. In den ersten wärmenden Sonnenstrahlen flogen sich die Bienen ein und nahmen ihre neue Heimat in Augenschein. Und jetzt waren die Jugendlichen dran. Es wurde ernst. Reichte der Mut wirklich? Das erste Mal war für alle, sowohl für die Jugendlichen als auch für die Betreuer, mit Herzklopfen verbunden. Es war für jeden ein besonderes Gefühl, selbstständig ein Rähmchen zu ziehen und dieses mit hunderten von herum wimmelnden Bienen in der Hand zu halten. Doch bald wurde dies zur Routine. Regelmäßig sahen die Teilnehmer/innen die Völker durch, suchten nach Königinnenzellen, machten Aufzeichnungen über die Arbeiten und Beobachtungen. Immer wenn die Zeit ausreichte, hielten die Teilnehmer/innen ihre Beobachtungen nicht nur in der Stockkarte sondern auch in einem Blog fest. Dies diente dazu, Arbeitsschritte zu rekapitulieren und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Fähigkeiten, die im späteren Berufsleben notwendig sind. Wie routiniert die Jungimker und -imkerinnen schon waren, merkten sie immer dann, wenn Besuch und Zuschauer kamen, die sich ängstlich an die Seite drückten. Überhaupt hat es sich schnell herumgesprochen, dass es da oben auf dem Dach, was ganz Besonderes zu sehen gibt. Fast täglich kamen jüngere Kinder aber auch Erwachsene um sich die Bienen auf dem Dach anzusehen. Dieses Interesse an den Bienen auch außerhalb der Bienengruppe hielt das ganze Jahr an. Der Sommer ließ sich viel Zeit und die Teilnehmer/innen machten uns schon Sorgen um die Bienen, doch endlich kam er und die Bienen wurden das, was man ihnen gemeinhin nachsagt: bienenfleißig. So konnten die Jungimker/innen beobachten, wie sich der Honigraum langsam füllte. Und endlich war es soweit. Die ersten Honigrähmchen waren verdeckelt und konnten entnommen werden. An drei Terminen im Juli und August wurde geschleudert. Saubere Hände, Basecap oder Kopftuch und Konzentration waren hier gefragt. Mit ein wenig Übung und der Unterstützung von Helfern haben die Jugendlichen das gut hingekriegt. Die Arbeitsabläufe wurden schriftlich festgehalten, auf den Blog wurde jedoch verzichtet, denn das Schleudern war wirklich sehr viel Arbeit und ein bisschen klebrig dazu. Danach ging es ans Abfüllen. Es wurde eine Abfüllstation mit mehreren Arbeitsplätzen eingerichtet in denen die Jugendlichen rotierend vom Einfüllen ins Honigglas bis Etikett aufkleben alle Arbeitsschritte durchlaufen haben. Mit Beginn des neuen Schuljahres hat das Projekt durch Schulwechsel und Stundenplanänderung Teilnehmer/innen verloren. So wurden kurzerhand beide Gruppen zusammengelegt. Nach dem der Honig in den Gläsern war, ging es an das zweite Produkt, das uns die Bienen schenken: das Wachs. Es wurden Waben eingeschmolzen, das Wachs gefiltert um es später zu kleinen Figuren zu gießen, Kerzen herzustellen oder Ringelblumensalbe mit eigenem Wachs zu kochen. Aber auch der Genuss kam nicht zu kurz. Es wurden Bratäpfel mit Vanillesoße gekocht, gesüßt natürlich mit dem Honig aus eigener Ernte.

Als der Erfolg des Projektes absehbar war, waren die Projektverantwortlichen nicht untätig und konnten erreichen, dass das Imkern auf dem Dach mit Kindern und Jugendlichen auch in den nächsten Jahren stattfinden kann. Für die Förderung konnte „Aktion Mensch“ gewonnen werden. Zum Abschluss des diesjährigen Dachimkerei-Projektes wurden noch Dankeschön-Kärtchen her gestellt und Kleinigkeiten für alle die das Projekt tatkräftig unterstützt haben beim Schleudern, durch ehrenamtliches Engagement, bei Sonderaktionen und mit Spenden. Dank LSK und der Unterstützung zahlreicher Helfer konnte dieses interessante Projekt initiiert und über den LSK Förderzeitraum hinaus zu etabliert werden.

Gemeinsam agieren im Reichenberge Kiez

  • Träger: Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 9.975,40 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: ist die Vernetzung von Gewerbetreibenden im Reichenberger Kiez, die Entwicklung einer Kultur des Austausches unter den Gewerbetreibenden und dadurch die Stabilisierung des örtlichen Gewerbes sowie die Förderung der Neuansiedlung von Gewerbe
  • Innovativer Aspekt: Innovativ ist der aufsuchende Ansatz der Arbeit mit dem Hintergrund, als Akteur bereits im Stadtteil verankert zu sein. Zugleich ist die Orientierung der Projektarbeit an den Interessen und Vorstellungen der Gewerbetreibenden innovativ, weil wir damit einen offenen Prozeß anstoßen, dessen Inhalte nicht im Vorhinein festgeschrieben sind. 

Zu Beginn des Projektes wurde ein Fragebogen entwickelt, mit dem die aktuelle Situation der Gewerbetreibenden und deren Wünsche und Vorstellungen erfasst werden sollte. Ein ähnlicher Fragebogen wurde für Passanten entwickelt. Zur Bedarfsermittlung wurden Gewerbetreibende und Passanten aufgesucht und zu ihrer Einschätzung der Gewerbe- und Einkaufssituation befragt. Hier zeigte sich ein sehr heterogenes Bild der Wahrnehmung des Stadtteils und seiner Einkaufs- und Gewerbesituation. Mit der direkten Ansprache und der Durchführung einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung zur Präsentation der Umfrageergebnisse konnte ein Anschub zur Entwicklung einer Kultur des Austausch geleistet werden.
Die Diskussion um die teilweise geringe Kenntnis der KiezbewohnerInnen von Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungs - und Gastronomieangeboten vor Ort mündete in den Wunsch nach gemeinsamen Marketingaktionen.

Ebenfalls auf Wunsch der Gewerbetreibenden wurde zur weiteren Vernetzung eine erste UnternehmerInnenrunde im Kreuzberger Stadtteilzentrum durchgeführt, bei der auch neue UnternehmerInnnen für eine weitere gemeinsame Planung von Marketingaktionen gewonnen werden konnten.
So entstand z.B. ein Kiezführer, in dem sich 118 Unternehmen und Einrichtungen des Kiezes wiederfinden. (www.reichenberger-kiezführer.de)

Soziale Kompetenz schafft Selbstvertrauen

  • Träger: ajb gmbh
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung und Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: 1. Schulung, Fortbildung, Qualifizierung
            2. Förderung psychisch kranker langzeitarbeitsloser Menschen, die 
            keinen Anspruch auf anderweitige Förderung durch Jobcenter,
            Agentur f. Arbeit u.a. haben
            3. patizipative Erweiterung des Dienstleistungsangebots rund um
            die beiden Zuverdienst-Bibliotheken
            4. Schaffung neuer attraktiver Beschäftigungsfelder für die
            Zielgruppe
  • Innovativer Aspekt: Qualifizierung und Weiterbildung im Zuverdienstbereich ist Neuland. Das Konzept sieht eine Verschmelzung von Bestandteilen bekannter SKT-Trainings, von Qualifizierungsmodulen mit Elementen partizipativer teilnehmerorientierter Projektentwicklung vor. Die Praxis wird zum Lernfeld, gleichzeitig entwickeln die TN mit Anleitung ihr eigenes Beschäftigungsfeld weiter. Qualifizierung verlässt den luftleeren Raum der Theorie und setzt direkt in der Praxis an, wodurch eine besondere Motivation der TN erreicht werden soll. 

SchülerExkursionen

Fotos: FKU e.V.
  • Träger: Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 30.06.2010
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Anlässlich des Starts der Bewerbungsphase, SchülerInnen der 9. Klasse gezielte Berufsorientierung und Entscheidungshilfe für die richtige Berufswahl bieten; Stärkung der Berufsmotivation; Unternehmen des Bezirkes finden geeigneten Nachwuchs für ihre Ausbildungsplätze; Kenntniszuwachs für Eltern und Lehrer über Berufe u. deren Anforderungen
  • Innovativer Aspekt: SchülerInnen erhalten organisiert die Möglichkeit, gebündelt und erlebnisorientiert mehrere Berufe in der Praxis kennen zu lernen, sich über die Ausbildung vor Ort zu informieren und Einblick in die Wirtschaft zu bekommen. Kurz vor ihrer Berufswahl und den Bewerbungen sollen die Exkursionen Entscheidungshilfen leisten. Das Neue auch: Eltern und Lehrer erleben mit den SchülerInnen die Berufe und können sie so besser beraten. Berufsberater begleiten die Gruppen u. stehen für Fragen bereit. 

Um Schüler/innen der 9. Klassen bei der anstehenden Berufswahl zu unterstützen, Ihnen Orientierung und Entscheidungshilfe zu bieten, hat der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein dieses Projekt initiiert.
Es ging speziell darum, Ausbildungsmöglichkeiten im Bezirk und Perspektiven in Wohnortnähe bekannt zu machen, berufliche Anforderungen aufzuzeigen und vor allem die Motivation zu stärken.
Die Schüler/innen sollten dazu die Berufe und Möglichkeiten hautnah und greifbar erleben. Es wurden spannende Bustouren zu jeweils drei Unternehmen verschiedener Branchen konzipiert und organisiert.
Das Interesse in den beteiligten Schulen (Carl-Friedrich-Zelter-Oberschule Kreuzberg und Georg-Weehrt-Oberschule in Friedrichshain) war groß. Mit Hilfe eines Fragebogens wurden während einer Informationsveranstaltung zu Beginn des Projektes die Wünsche der Jugendlichen erfasst.

In Kooperation mit 12 Unternehmen und der Agentur für Arbeit konnte der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein vier Bustouren organisieren, bei denen die teilnehmenden Schüler/innen u.a. einen Einblick in die Berufsfelder Mechanik und Elektrik, Medien, Druck und Gestaltung, Altenpflege, Sicherheitsdienste, Gastronomie und Gastgewerbe, Hotel und Immobilien, Verwaltung und Verkauf erhielten.

Das große Engagement vor allem auch der Unternehmen hat diese SchülerExkursionen für die Teilnehmer/innen zu einem bleibenden Erlebnis gemacht und sie bei der Wahl ihres zukünftigen Berufes ein kleines Stück weiter gebracht.

SURPRISE - die Mädchenfahrradwerkstatt

Fotos: Geschäftsstelle BBWA
  • Träger: BUF e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 9.808,58 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durcvh lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: Jugendliche Mädchen mit Migrationshintergrund werden in ein bisher untypisches Berufsfeld herangeführt. Sie erlernen Grundkenntnisse im technischen Bereich (Fahrradmechanik) und verbessern so Ihre Chancen bezügl. Ausbildungs-/Berufsfähigkeit.
  • Innovativer Aspekt: Eine Mädchenfahrradwerkstatt ist ein - auch bundesweit betrachtet - noch seltenes Projekt, das jugendlichen Mädchen die Möglichkeit bietet, sich im von Vorurteilen geschützten Rahmen handwerkliche Fähigkeiten anzueignen. Sie wäre im Wassertorkiez absolut innovativ.

Mit der innovativen Idee, jugendliche Mädchen mit Migrationshintergrund an das für sie untypische Berufsfeld der Fahrradmechanikerin heranzuführen, startete die Bildungs-einrichtung für berufliche Umschulung und Fortbildung (BUF) e.V. zu Beginn des vergangenen Jahres mit dem Projekt „Surprise – die Mädchenfahrradwerkstatt“. Ziel war es, den Mädchen erste Grundkenntnisse im Bereich Fahrradmechanik und in den Bereichen allgemeine berufsfördernde Qualifikationen zu vermitteln und so ihre Chancen bezüglich der Ausbildungs- und Berufsfähigkeit zu verbessern. Als Anleiterin für die Mädchen konnte eine erfahrene Fahrradmechanikerin, die gleichzeitig auch Erzieherin und Freizeitpädagogin ist, gewonnen werden. Sie hat bereits in Fahrradläden gearbeitet, war in der Straßensozialarbeit tätig und hat auch verschiedene Kurse und Coachings mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. 
Mit Hilfe der Anleiterin wurde eine professionelle Fahrradwerkstatt eingerichtet. Das Projekt wurde mittels Flyern und Plakaten in Schulen und Freizeiteinrichtungen bekannt gemacht. So konnten, wenn auch mit etwas Verspätung, bereits einige Mädchen für die Mitarbeit in der Fahrradwerkstatt gewonnen werden. Ein besonderer Kooperationspartner war dabei das Mädchenprojekt „Alia“. Während der Projektlaufzeit lernten die Mädchen verschiedene Werkzeuge kennen, reparierten das eigene Fahrrad oder verwandelten alte gespendete Fahrräder wieder in tolle Flitzer. Dass man sich dabei auch mal die Hände schmutzig machte, spielte kaum eine Rolle. Außerdem waren die Mädchen unter sich – kein technisch begabter Junge konnte sie belächeln, wenn mal etwas nicht gleich klappte.
Die Resonanz und das Interesse bei den Schulen und den Mädchen ist so groß, dass in die-sem Jahr geplant ist, mit einer mobilen Mädchenfahrradwerkstatt direkt in die Schulen zu gehen, um dort noch mehr junge Mädchen für Technik zu begeistern.

 

Black History Tours Berlin

  • Träger: JOLIBA e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 9.920,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Projekt zur beruflichen Integration von erwerbslosen MigrantInnen mit und ohne afrikanischen Wurzeln und Afro-Deutschen. Das Projekt "Black History Tours Berlin" bietet berufliche Qualifizierung für die Zielgruppe im Bereich Bildungsarbeit und Stadtführung. Das Projekt fördert die soziale Eingliederung in und langfristige Identifikation mit dem Stadtteil.
  • Innovativer Aspekt: Verknüpfung von Theorie und Praxis: Erlernen der Grundlagen einer Existenzgründung und Umsetzung in einem konkreten Projekt. Aufbereiten eines Teils der Geschichte und des Gesichts Berlins durch die Protagonisten selbst. Verknüpfung von Kompetenz- und Wissensvermittlung, niedrigschwellige Möglichkeit zum Eintritt in die Erwerbsarbeit sowie Gewinn für das kulturelle Angebot der Stadt. 

VideBerlin

  • Träger: CarpeBerlin
  • Laufzeit: 01.01.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: Vernetzung sozio - kultureller Einrichtungen durch Profilerstellung auf www.carpeberlin.com (interne u externe Kommunikation). Produktion von Image-Videos durch vorrangig Schwerbehinderte. Förderung von Medienkompetenz, Integration und Standortmarketing.
  • Innovativer Aspekt: Moderne Medien und Modi der Kommunikation stehen im Fokus. Eine interne Kommunikation bietet effizientes Arbeiten im Netzwerk, die Ergebnisse werden auf CarpeBerlin publiziert. VideBerlin hat zum Ziel, die Chancen der weltweiten Kommunikation auch lokal zu nutzen; existiert doch bisher kein lebendiges Netzwerk der in Friedrichshain-Kreuzberg engagierten Vereine und Einrichtungen. Darüber hinaus bietet VideBerlin die Möglichkeit, die von Schwerbehinderten produzierten Inhalte für diese Nutzer adäquat aufzubereiten. 

Impulse fürs Kreativquartier

  • Träger: Initiative Berliner Kunsthalle
  • Laufzeit: 01.02.2010 – 30.09.2010
  • beantragte Fördersumme: 9.970,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Entwicklung von impulsgebenden Projektkonzepten zur Profilierung des Kreativwirtschafts-Standortes. Bereits angestoßene Netzwerke werden ausgebaut. Beschäftigungspotentiale in der lokalen Kreativwirtschaft werden erfasst und unterstützt.
  • Innovativer Aspekt: Der Ansatz entspricht dem aktuellen Stand der Planungs- u. Projektpraxis, die Kompetenzen u. Ressourcen lokaler Akteure in die Formulierung von Zielen, Strategien u. deren Umsetzung aktiv einzubinden. Durch Arbeitsgruppen entstehen neue Kontakte, Kooperationen und Projektideen. Ein "Kreativquartier" wird von innen aufgebaut, um zugleich Synergieeffekte wie bessere Aussenwahrnehmung zu erziehlen. Durch die Zusammenführung lokaler Akteure werden neue Berufsbilder und Beschäftigung gefördert (Kunstmarkt). 

Verbesserung der sozialen Ausgangssituation, Festigung der Abstinenz und Initiierung der Wiedereingliederung trockener Alkoholiker.

  • Träger: Concept social e. V.
  • Laufzeit: 15.03.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 7.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: Stabilisierung der Abstinenz für Alkoholiker mit einer oft langen Suchtkarriere. Initiierung und Förderung der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess. (Wieder-) Herstellung der Erwerbsfähigkeit. Suchtkrankenhilfe und Präventivarbeit in Berliner Betrieben.
  • Innovativer Aspekt: Aufgrund der sehr kurzen Verweildauer in stationären Maßnahmen müssen neue Angebote entwickelt werden. Die Selbsthilfe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als das zweite Standbein in der Suchtkrankenhilfe bewährt und arbeitet äußerst kostengünstig. Das Angebot an die Betroffenen, sich im Laufe des Genesungsprozesses in die Vereinsarbeit einzubringen, befördert die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit ebenso wie es zu einer Verstetigung des Angebotes beiträgt und die Rückfallgefährdung vermindert. 

Projekt "Hilfe zur Selbsthilfe" für MigrantInnen indigener Herkunft in Berlin

  • Träger: El Cultrún e.V.
  • Laufzeit: 15.03.2010 – 31.12.2010
  • beantragte Fördersumme: 7.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: 1. Bereitstellung von Hilfsangeboten für MigrantInnen indigener Herkunft, zwecks besserer Integration auf Arbeitsmarkt. 2. Schaffung eines Anlaufpunktes für gegenseitiger Kontakte zwischen den Migranten, Institutionen u. ortsansässigen Firmen.
  • Innovativer Aspekt: Der innovative Aspekt unserer Arbeit besteht darin, auch die indigenen Bevölkerungsgruppen sowohl in Chile, wie auch MigrantInnen mit indigenen Wurzeln in Deutschland in unsere Arbeit mit einzubeziehen, ortsansässige Arbeitgeber und MigrantInnen zum gegenseitigen Vorteil miteinander ins Gespräch zu bringen, unbürokratisch Qualifizierungs- u. Arbeitsangebote auf konkrete Nachfragesituation zu organisieren und damit eine win-win Situation für alle Beteiligten zu etablieren.