Zukunft durch Beruf – Weiterbildung für Stadtteilmütter mit Migrationshintergrund

 Laufzeit : 01.05.2009 - 31.10.2011 

 

Rote Schals und Taschen sind das Erkennungszeichen der Stadtteilmütter rund um die Kochstraße. Viele Familien, nicht nur in diesem Kiez, kennen und schätzen die Arbeit dieser Frauen.
Als Ansprechpartner für migrantische Familien unterstützen sie bei Alltagsproblemen, Behördengängen und bei der Erziehung der Kinder.
Ihre Schulungen erhielten die engagierten Stadtteilmütter sechs Monate lang beim Diakonischen Werk. Der Einsatz der Frauen ist aber leider zeitlich befristet und wird über eine Maßnahme des JobCenters finanziert.

Und genau da soll mit dem PEB-Projekt „Zukunft durch Beruf – Weiterbildung für Stadtteilmütter mit Migrationshintergrund“ angesetzt werden.
Neben der 6-monatigen Basisqualifizierung sollen die Frauen nun die Möglichkeit erhalten, einen anerkannten Beruf zu erlernen und in diesem Bereich auch eingesetzt zu werden.
Das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e.V. wird in Zusammenarbeit mit der
Die Wille gGmbH und Berufsfachschulen ein Qualifizierungsmodul „niedrigschwellige Familienbildung“ curricular entwickeln und in die bisherigen Lehrpläne der Berufsfachschulen zur vollschulischen (Erst-)Ausbildung von Sozialassistent/in integrieren.
Außerdem wird die curriculare Entwicklung der Weiterbildung zur/zum Sozialassistent/in erfolgen.
Nach der Entwicklung beider Module wird es innerhalb der Projektlaufzeit eine Erprobungsphase geben.
Nach erfolgreicher Aus- bzw. Weiterbildung sind die Stadtteilmütter dann Sozialassisteninnen – ein anerkannter Beruf.
Die Entwicklung eines neuen Berufsbildes, der interkulturellen Familienbegleiterin, ist ebenfalls Bestandteil des Projektes. Um den Frauen einen Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen, soll ein Entgelt für entsprechende Fachleistungsstunden im Rahmen des SGB VIII verhandelt werden.
Der Einsatz der ausgebildeten Fachkräfte könnte dann in Kindertagesstätten und Familienzentren erfolgen.
Aber auch die bisherige Basisqualifizierung der Stadtteilmütter soll während des Projektes um 2 Themen erweitert werden.
Mit der Etablierung einer wissenschaftlich begleiteten Elternuniversität soll die Partizipation der Eltern in Bezug auf die Entwicklung und Bildung ihrer Kinder gestärkt werden.
Die Bildung einen Vater-Kind-Gruppe soll dazu beitragen, die Väter stärker am Bildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen. 

Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 Monaten und ein Finanzvolumen in Höhe von ca. 480.000 €. Diese Mittel kommen von der EU, dem JobCenter und dem Bürgerhaushalt Friedrichshain-Kreuzberg.