Projekte 2009

Im Herbst 2008 wurden erneut aus einer Vielzahl von Projektvorschlägen 11 interessante Vorhaben zur Förderung im Rahmen des "Lokalen Sozialen Kapitals" ausgewählt. In einer zweite Vorschlagsrunde für 2009 wurden im Februar nochmals 2 Projekte ausgewählt.
Das voraussichtliche Gesamtfördervolumen für alle 13 Projekte beträgt 115.120,00 €.

Wichtige Informationen zu diesen Projekten entnehmen Sie bitte den nachfolgenden kurzen Steckbriefen. Über die Ergebnisse informieren wir Sie nach dem jeweiligen Projektende hier.

Bridges- Brücke in Ausbildung

Logo GFBM e.V.
  • Träger: Gesellschaft für Berufsbildende Maßnahmen - GFBM e.V.
  • Laufzeit: 01.03.2009 – 31.08.2009
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Ziel des Projektes ist es, durch die Zusammenführung von Ausbildungsbetrieben im Bezirk und Schüler/innen, die in 2009 voraussichtlich den Hauptschulabschluss erreichen, deren Integration in den Ausbildungsmarkt positiv zu beeinflussen. Darüber hinaus soll das Netzwerk zwischen Schulen und Ausbildungsbetrieben ausgebaut werden.
  • Innovativer Aspekt: Der innovative Aspekt des Projektes liegt im systematischen "matching" der Anforderungen der Betriebe mit den Kompetenzen der Jugendlichen: So kann im Vorfeld bereits eine weitestgehend passgenaue Abgleichung stattfinden. Des weiteren wird durch die Darbietung der möglichen Fördermöglichkeiten verstärkt auf die Anforderungen der Betriebe eingegangen und die Einstellung von "Azubis" attraktiv gemacht.

Jeder Schüler und jede Schülerin steht nach Abschluss der Schule vor dem gleichen Problem: Wie und wo finde ich die passende Lehrstelle?
Ähnliche Sorgen haben auch die Ausbildungsbetriebe: Wie und wo finde ich den passenden Lehrling?

Mit dem Projekt „BRIDGES – Brücke in Ausbildung“ sollte gezielt eine Verbindung zwischen Schüler/innen der Abgangsklassen und Ausbildungsbetrieben geschaffen werden.
Es ging insbesondere darum, leistungsschwächeren Schüler/innen, die die Ausbildungsreife annähernd erreicht haben, eine Unterstützung bei der Lehrstellensuche zu geben.

Durch die Zusammenarbeit mit der Kompetenzagentur Friedrichshain-Kreuzberg, die an vielen Friedrichshain- Kreuzberger Schulen tätig ist, konnte in vielen Fällen eine Vorauswahl an Jugendlichen getroffen werden, die für die Vermittlung in Ausbildung die notwendige Reife und Kompetenz besaßen, allerdings noch Unterstützung durch die Ausbildungscoaches von BRIDGES benötigten.
Die Kontakte zu den Betrieben wurden überwiegend durch die Internetplattform www.ausbildungsatlas-fk.de geknüpft. Bei der Zusammenarbeit mit den Betrieben lag der Schwerpunkt auf der Information zu Möglichkeiten, bei der Ausbildung in finanzieller und organisatorischer Hinsicht Unterstützung zu erhalten.
Durch die Unterstützung des Coaches wurden Jugendliche mit den konkreten Anforderungen der Betriebe vertraut gemacht. Oftmals konnten vor allem die unrealistisch hohen Erwartungen einiger Schüler/innen an die berufliche Perspektive, besonders hinsichtlich der schulischen und intellektuellen Ausgangsvorraussetzungen, korregiert und neue Berufswege aufgezeigt werden.
Durch den Brückenschlag über den Ausbildungscoach wurden viele Jugendliche für die Anforderungen konkreter Ausbildungsbetriebe sensibilisiert. Hierdurch wurde der Weg für die erfolgten Vermittlungen angebahnt.
Im Ergebnis des Projektes konnten so 16 Schüler passgenau in eine Ausbildung vermittelt werden.
Die Auswertung des Projektes hat auch ergeben, dass die Betriebe ein großes Interesse an unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und Ausbildungsprogrammen haben. Der Bedarf der Ausbildungsbetriebe an entsprechender Beratung und Information ist groß.

 

Frauen am Markt

Projektstände auf dem Boxhagener Wochenmarkt
  • Träger: Volker Buhrmeister
  • Laufzeit: 01.01.2009 – 31.10.2009
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Schaffung von Absatzchancen; Markterfahrung und Öffentlichkeit für kreative Existenzgründer/ innen und (junge) Selbständige aus dem Bezirk durch Bereitstellung von Verkaufsmöglichkeiten und Kundenzugang auf einem bekannten Wochenmarkt im Bezirk (Boxhagener Markt)
  • Innovativer Aspekt: Viele junge Frauen arbeiten in den eigenen vier Wänden (neben Haushaltsführung und Kinderbetreuung), haben aber keinen eigenen Laden und sind daher auf den Kommissionsverkauf angewiesen. Der Verkauf ihrer Waren auf einem Markt schafft Resonanz, Erfolge, erste Erfahrungen mit direktem Kundenkontakt und Austausch mit anderen Kreativen.

Am Anfang ist die kreative Idee: neuartige Baby-Krabbelschuhe, witzige Filzhüte, das selbst kreierte Pesto, einzigartiger Schmuck oder auch Kissenbezüge aus ungewöhnlichem Material.
Man stellt fest, dass das, was man hergestellt hat, einzigartig ist und auch anderen gefällt.Also was liegt näher, als mit der kreativen Idee seine Brötchen zu verdienen?
Und da gibt es das erste Problem. Wie und wo soll man seine Produkte verkaufen? Wie bekomme ich einen Zugang zu meinen potentiellen Kunden? Wie ist das mit den Steuern und der Buchführung?
Genau hier ist die professionelle Unterstützung wichtig, um spürbaren Erfolg zu erzielen und nicht gleich nach den ersten eigenen Versuchen aufzugeben.Das Projekt „Frauen am Markt“ gab Hilfestellung beim Einstieg in die Vermarktung eigener Projekte.
Neben zahlreichen Gesprächsrunden, unter anderem auch ein externer Workshop vom Berliner Mentorenpool, zu verschiedenen Themen rund um Existenzgründung und Vermarktung gab es auch Einzelgespräche und natürlich konnten die ca. 50 Teilnehmerinnen erste Markterfahrungen sammeln.
Dazu wurde ihnen auf dem bekannten Wochenmarkt am Boxhagener Platz ein Stand zur Verfügung gestellt.
Gekennzeichnet waren die Doppelstände stets mit dem Logo „Made in Friedrichshain-Kreuzberg“, was viele Marktbesucher zusätzlich neugierig machte.
Die Teilnehmerinnen bekamen Tipps und Anregungen zur Gestaltung des Standes, wurden auf die Gesprächsführung mit den Kunden vorbereitet und erhielten so einen Einblick in das bunte Treiben hinter dem Marktstand.
Für die Teilnehmerinnen bot dieses Projekt außerdem die Möglichkeit, andere Kreative kennen zu lernen, die mit ähnlichen Problemen bei der Vermarktung ihrer Produkte zu kämpfen haben. Im Verlauf dieses Projektes haben sich kleiner Teams gebildet, die zukünftig gemeinsam auf Märkte gehen oder eigene Verkaufsveranstaltungen organisieren. Neue Internetauftritte und Werbematerialien sind entstanden.

Viele Teilnehmerinnen sind so ermutigt worden ihren Weg der Selbständigkeit weiter zu gehen. Und wir können uns auch weiterhin auf immer mehr neuartige, kreative und einzigartige Produkte freuen. 

Gobelin - Weisheiten der Völker

Ein Gobelin zum Ausleihen
  • Träger: Beschäftigungswerk - Arbeit für Berlin - GmbH
  • Laufzeit: 01.12.2008 – 30.10.2009
  • beantragte Fördersumme: 3.700,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: In gemeinsamer Arbeit wird ein Kunstwerk geschaffen, in welchem sich viele Aspekte aus unterschiedlichen Kulturen vereinen. Ziel ist die Stärkung der Akzeptanz der Kulturen und Nationalitäten untereinander, die Festigung und Vertiefung der deutschen Sprache(Erweiterung des alltäglichen Wortschatzes und spezieller Vokabeln des textilen Bereiches), die Festigung und Erweiterung textiler Techniken  und der Austausch von Erfahrungen. Die TeilnehmerInnen trainieren wichtige Fähigkeiten, die ihnen den Weg in die berufliche Integration ebnen sollen, wie zum Beispiel die Arbeit im Team, Abstimmung und Zusammenarbeit, die terminliche Zuverlässigkeit und das selbständige Arbeiten. Durch Fachexkursionen zum Textilgroßhandel, zu Weiterbildungseinrichtungen wie BUF, trias und Lowtec sollen Möglichkeiten einer weiteren Qualifizierung gezeigt werden
  • Innovativer Aspekt: 1.Gemeinschaftlich, interkulturell, aus vielen Einzelteilen ein Ganzes zu erstellen 2. Praktische Fähigkeiten zu festigen und zu erweitern, dabei ein Kunstwerk herzustellen und zugleich sich auf eine mögliche berufliche Integration vorzubereiten 3. Die gemeinsame Arbeit und das Ergebnis Gobelin schafft Selbstbewusstsein, wirkt generell aktivierend. 

„Ein freundliches Wort kostet nichts und ist doch das schönste aller Geschenke.“

Diese Weisheit wurde von den 30 Teilnehmerinnen des LSK- Projektes ausgewählt, um sie, übersetzt in 16 Sprachen, in Gemeinschaftsarbeit auf einen Gobelin zu sticken.
Die Teilnehmerinnen aus verschiedenen Kulturkreisen haben bei der Gestaltung des Gobelins erlebt, wie aus vielen kleinen individuellen textilen Kreationen in kollektiver Leistung etwas Neues, etwas ganz Besonderes entstehen kann.
Teamarbeit stand bei diesem Projekt im Vordergrund. Gemeinsam wurde am Konzept gearbeitet, das Material ausgesucht und eine passende Weisheit ausgewählt. Beim Übersetzen des Themas halfen auch Bewohner und Gewerbetreibende aus dem Kiez. 
Rund ums Thema Nähen gab es u. a. Exkursionen zum Stoffgroßhandel oder die Frauen wurden über Weiterbildungsmöglichkeiten im textilen Bereich informiert.
Während der Arbeit am Gobelin wurden natürlich auch unzählige Gespräche geführt und Erfahrungen ausgetauscht. Dabei gab es ebenfalls vielfältige Themen: neben Fragen zur Materialqualität der verarbeiteten Stoffe, Handarbeitstechniken und ästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten wurden persönliche Erfahrungen, die verschiedenen Lebensläufe oder Fragen und Probleme bei der Jobsuche/bei der Bewerbung zur Sprache gebracht.
Wichtig war für die Teilnehmerinnen auch, dass sie Kontakte knüpfen und sprachliche Barrieren überwinden konnten.
Dieser Gobelin und weitere textile Kunstwerke aus der BOX 66 können nicht nur vor Ort besichtigt sondern auch ausgeliehen werden.Sie bilden einen perfekten Background für die verschiedensten Veranstaltungen.
Interessenten können sich wenden an die BOX 66, Sonntagstr. 9, 10245 Berlin, Tel.: 030 2920144. 

Interkultureller Workshop zur Ideenfindung und Produktentwicklung

Fotos: Meike Gieschen
  • Träger: ajb GmbH gemeinnützige Gesellschaft für Jugendberatung und psychosoziale Rehabilitation
  • Laufzeit: 15.11.2008 – 01.10.2009
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Die Durchführung eines interkulturellen Workshops mit 8 Terminen mit ehemaligen Mitarbeiterinnen der Schneiderei am Moritzplatz (SaM) (darunter vielen Migrant/Innen) soll zum Austausch kultureller Werte und Traditionen führen. Dabei steht die Auseinandersetzung mit eigenen kulturellen Werten und Traditionen in Handwerk, Bekleidung und Design im Vordergrund. Ziel ist eine Ideensammlung als Grundlage für die Entwicklung neuer vermarktungsfähiger Produkte, die in Kooperation oder in der SaM produziert werden könnten. Netzwerke sollen dabei entstehen, die Wege in Existenzgründung aufzeigen.
  • Innovativer Aspekt: Zur Förderung der Nachhaltigkeit von Projekten bedarf es einer Nachbetreuung, in welcher erfolgreiche Teilnehmerinnen ehemaliger Maßnahmen von weniger erfolgreichen Teilnehmerinnen lernen können. Hierfür bieten die Workshoptage "Ideenfindung und Produktentwicklung" eine Plattform. 

Zielgruppe dieses LSK- Projektes waren ehemalige Mitarbeiterinnen der Schneiderei am Moritzplatz. Von den 25 Ehemaligen konnten 17 Teilnehmerinnen zur Mitarbeit im Projekt gewonnen werden. Im Fokus stand der Austausch und die Auseinandersetzung mit eigenen kulturellen Werten und Traditionen in Handwerk, Bekleidung und Design. In den angebotenen Workshops wurde den Teilnehmerinnen kreatives Arbeiten aufgezeigt und vermittelt. Neben der Vermittlung von Entwurfs- und Gestaltungsmethoden und schnitttechnischer Umsetzung wurden auch die technologische Fertigung unter Beachtung betriebsspezifischer Bedingungen, sowie verschiedene Varianten der Präsentation erprobt. Die Teilnehmerinnen tauschten sich auch untereinander aus. So entstanden zahlreiche Ideen und Produkte, geprägt von verschiedenen kulturellen Einflüssen, die von den Teilnehmerinnen oder der Schneiderei am Moritzplatz oder in Kooperation beider hergestellt werden könnten.
Die monatlich wechselnde Schaufenstergestaltung der Schneiderei bietet Ausstellungsraum für diese neuen Produkte und ihre „Macherinnen“.
Durch das Projekt wurden die Teilnehmerinnen angeregt ihre kulturelle Identität zu präsentieren und den Austausch mit anderen zu führen. Auf dieser Grundlage erfolgte die individuelle Entwicklungsarbeit , d. h. es sind Ideen für Produkte entstanden, die die kulturelle Identität der Teilnehmerinnen widerspiegeln. Neben der fachlichen Entwicklungsarbeit bildete der multikulturelle Austausch einen Schwerpunkt. 

Kreative Frauen-Wirtschaft

Workshop der KreativerFrauenWirtschaft
  • Träger: susanne jestel public relations
  • Laufzeit: 01.12.2008 – 31.05.209
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung bei der Existenzgründung (u. a. von beschäftigungsorientierten Genossenschaften)
  • Ziel: Erhöhung der Markteintritts- u. Wettbewerbschancen von Frauen durch kostenlose Beratungen und Schulungen vor, während u. nach der Gründung - zugeschnitten auf Frauen, die sich in der Kreativbranche gründen
  • Innovativer Aspekt: Es ist ein maßgeschneidertes Angebot von individueller Beratung, Qualifizierung und Vernetzung für Frauen, die in kreativen Branchen gründen wollen oder bereits gegründet haben, eine Kombination aus Workshops (Marketing, PR, Steuern, Organisation etc.) und dem Beratungsangebot der Experten des Berliner Mentorenpools. Dieser Bedarf leitet sich ab aus den Erfahrungen vergangener Projekte (Mentorenpool im Wrangelkiez, Workshops, Beratung, Gründungswettbewerbe etc.) und den Ergebnissen der Studie zur Kreativwirtschaft im Bezirk. 

Ausgangspunkt dieses Projektes war die Beobachtung, dass Kreative den betriebs- und marktwirtschaftlichen Aspekten ihrer Tätigkeit distanziert bis ablehnend gegenüberstehen.
Sie empfinden sie teilweise sogar als bedrohlich oder nehmen sie als Beschneidung der eigenen künstlerischen Freiheit wahr. Sie begreifen sich als Künstlerinnen, nicht als Unternehmerinnen; Sie möchten mit ihren Ideen und ihren oft mit viel Liebe und "Herzblut" hergestellten künstlerischen Produkten ihren Lebensunterhalt bestreiten und von Transferleistungen unabhängig sein, sich aber mit "Bürokram" nicht belasten.
Das Angebot des Projektes gliederte sich in drei Bereiche: Für die individuelle Face-to-face-Beratung wurde ein passender Mentor oder Mentorin an die Gründerinnen vermittelt, nachdem sie ihre Fragen formuliert hatten. Bei Info-Treffen mit einer Mentorin oder einem Mentor und in einer Gruppe von Gründerinnen mit gleichem Informationsbedarf standen ein Vortrag, die Beantwortung von Fragen und der Gedankenaustausch innerhalb der Gruppe im Mittelpunkt. Arbeits- und zeitintensiver waren die themenspezifischen Workshops, die gleichfalls von einer Mentorin oder einem Mentor durchgeführt wurden. Bei der Themenwahl wurden hier besonders die Bedingungen, Bedürfnisse und Probleme kreativer Gründerinnen berücksichtigt.
95 Beratungseinheiten unterschiedlicher Dauer wurden insgesamt wahrgenommen, von einigen Gründerinnen wurden mehrere Beratungen oder Veranstaltungen besucht.
Im Projekt tätig waren neun Mentorinnen und sechs Mentoren.
Das Themenspektrum reichte von betriebs- und marktwirtschaftlichen Inhalten wie Steuern, PR und Marketing über rechtliche Fragen zur Scheinselbständigkeit, zu allgemeinen Geschäftsbedingungen und zum Markenschutz bis hin zu Themen rund um die eigene Organisation und Absicherung und die Veröffentlichung literarischer Manuskripte.
Die ausgewählten Mitglieder des Mentorenpools stellten in ihren Veranstaltungen insbesondere das Spannungsfeld von Kreativität und unternehmerischem Handeln in den Mittelpunkt. Sie leiteten die Diskussionen, brachten eigene Erfahrungen ein und gaben Tipps und professionelles Kow-how aus ihren Bereichen weiter.
Als ein Ergebnis des Projektes zeigte sicht, dass konventionelle Gründungsberatung von kreativen Frauen eher selten wahrgenommen wird. Viele starten ohne besondere Vorbereitung oder einen Businessplan, da sie häufig ohne Finanzierung auskommen (wollen) und zu betriebs- und marktwirtschaftlichen Aspekten wenig Affinität haben.
Um es ihnen zu erleichtern, ihren Beratungsbedarf zu erkennen, zu benennen und einen Zugang zu Unterstützung zu bekommen, wurden zehn Veranstaltungen zu verschiedenen Themen angeboten. Hier konnten sich die Frauen informieren und mit gleich Gesinnten austauschen, Unsicherheiten bezüglich der eigenen Rolle offen diskutieren und erfahren, dass auch für sie zahlreiche Beratungsangebote existieren.
Es zeigte sich, dass das Projekt von vielen kreativen Frauen aus dem Bezirk als erster Kontakt in sachen Gründungsvorbereitung wahrgenommen wurde.
Das Feedback der Teilnehmerinnen zeigt, dass viele von ihnen neben dem fachlichen Erkenntnisgewinn deutlich an Selbstbewusstsein gewonnen haben. Sie wurden durch das Projekt ermutigt, sich als kreativ und unternehmerisch denkend zu begreifen und entsprechend zu handeln.

Laskerwiese Jugendprojekt

  • Träger: Bürgergarten Laskerwiese e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2009 – 31.10.2009
  • beantragte Fördersumme: 4.798,00€
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel:Ziel ist die Vermittlung und Vertiefung naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Entwicklung des Umweltbewusstseins bei bildungsdistanzierten Jugendlichen u. a. durch Aktionen zur Umfeldaufwertung und Schaffung von Identifikationspunkten sowie zur Bekämpfung von Vandalismus.
  • Innovativer Aspekt: Der innovative Aspekt ist die Verbindung von Bürgerengagement zur Wohnumfeldverbesserung und mit populärwissenschaftlichen Bildungsangeboten (NAWI-Light) und das Schaffen von Identifikationspunkten für junge Leute im Wohnumfeld (eigene Wettbewerbsgrafittis werden sicher nicht von Sprayern attackiert wie eine weiße Containerwand). Hier werden Bedarfe gedeckt, die sonst wenig Spielraum bekommen. 

Das Projekt „LAW JU – Laskerwiese Jugendprojekt“ zielte insbesondere auf die Vermittlung und Vertiefung von naturwissenschaftlichen Kenntnissen für bildungsdistanzierte Jugendliche ab. Unter fachkundiger Leitung wurden Workshops und Feldarbeiten in den Bereichen der Boden und Wasserökologie veranstaltet. Hierbei konnten insbesondere Kenntnisse und Fähigkeiten zur Anwendung des verschiedenen Analysematerials (Bodenqualitätsermittlung, Wasserprobenauswertung ) angeeignet werden, welche einen Einblick in mögliche zukünftige Beschäftigungsfelder boten. Das benötigte Grundwissen konnte den Teilnehmern somit praxisnah vermittelt werden. 
Ein weiteres Ziel war die Reduzierung von Vandalismus im Bürgergarten Laskerwiese. Durch Einbindung des nahe gelegenen Jugendclubs E-Lok, als Kooperationspartner konnten jugendliche Anwohner sowie Gäste zur Umgestaltung eines Containers mit Graffiti gewonnen werden. Die Anleitung erfolgte durch einen Jugendlichen mit Migrationhintergrund.

 

Machbarkeitsprüfung zur Gründung eines Stadtteilunternehmens in der Düttmann-Siedlung

Leitbild des Graefewirtschaft e.V.
  • Träger: Initiativgruppe zur Gründung eines Stadtteilunternehmens in der Düttmann-Siedlung
  • Laufzeit: 15.11.2008 – 31.05.2009
  • beantragte Fördersumme: 9.560,50 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung bei der Existenzgründung (u. a. von beschäftigungsorientierten Genossenschaften)
  • Ziel: Das beantragte Vorhaben soll als vorbereitende Maßnahme das Konzept der Initiativgruppe auf seine Machbarkeit hin überprüfen und das Konzept fortschreiben. Damit soll ein erster Schritt hinsichtlich der Umsetzung in Gang gesetzt werden. Die Initiativgruppe besteht zu einem großen Teil aus Frauen überwiegend arabischer und türkischer Herkunft, die die Idee haben ein Stadtteilunternehmen zu gründen.
  • Innovativer Aspekt: Mit der Gründung eines Stadtteilunternehmens wird ein ganzheitlicher Ansatz durch soziale, kulturelle und ökonomische Integration verfolgt: Arbeitslose BewohnerInnen erhalten Qualifizierung und Arbeit vor allem in den Bereichen, die auf ihren Kenntnissen und Fähigkeiten aufbauen. Die meisten von ihnen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, weisen aber andere (zum Beispiel künstlerische oder handwerkliche) Fähigkeiten auf. Die Innovation liegt mithin in der Entwicklung eines sozialunternehmerischen Konzepts. 

Die Initiativgruppe hatte die Idee, in der Werner-Düttmann-Siedlung ein Stadtteilunternehmen zu gründen. Um diese Idee umzusetzen, sollte in einem Projekt die Machbarkeit dieses Vorhabens geprüft und bereits Kontakt zu potentiellen Geschäftspartnern aufgenommen werden. Außerdem sollte es Überlegungen zu einer Organisations- und Finanzierungsstruktur und zur Rechtsform des zukünftigen sozialen Unternehmens geben.

In verschiedenen Arbeitsgruppen und regelmäßigen Workshops wurden die Teilnehmerinnen mit den vor ihnen liegenden Aufgaben vertraut gemacht. Eine Corporate Identity wurde entwickelt, Werte und Ziele festgelegt.
In einem ersten Schritt ermittelten die Teilnehmerinnen die Bedarfe im Kiez und es wurden konkrete Geschäftsbereiche festgelegt.
Diverse Aufträge im Bereich Catering und Textil (Nähaufträge) konnten bereits akquiriert werden. Es wurden z.B. Kontakte zum Förderverein der Lemgo-Grundschule geknüpft, um perspektivisch dort das Elterncafè zu betreiben.
Innerhalb der Initiativgruppe wurden auch eine interne Organsiations- und Aufgabenstruktur sowie Kommunikationsstrategien (PR, Marketing) erarbeitet.

Mit Unterstützung von engagierten Anwohner/innen konnte im Sommer der Verein Graefewirtschaft e.V. gegründet werden.
Die Unternehmensgründung mit der Rechtsform des Vereins ist also erfolgt.

Netzwerk Schülerpraktika

  • Träger: Stützrad e.V.
  • Laufzeit: 15.11.2008 – 15.09.2009
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Ziel ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Schülerpraktika an der Eckert-Schule (HS). Damit soll die Arbeit des Mikroprojektes "Zukunft gestalten" aus 2005 fortgesetzt werden. Der seinerzeit geschaffene Pool von gewerblichen Praktikumsbetrieben soll nun bedarfsorientiert vernetzt werden.
  • Innovativer Aspekt : Sowohl Begegnungen mit Vertretern der Wirtschaft als auch berufspraktische Lern- und Erlebnisfelder für Schüler und Schülerinnen werden in der Hauptschule künftig einen größeren Stellenwert einnehmen. Das Schülerpraktikum muss künftig flexibler, z.B. als Tagespraktikum, als Blockpraktikum, als Projektpraktikum oder als modulares Praktikum einsetzbar sein. Das bedeutet auch einen Veränderungsprozess der einzelnen Schule. Wir wollen diesen Prozess mit dem Aufbau eines „Netzwerkes Schülerpraktika“ unterstützen. 

Während der Projektlaufzeit konnten ca. 40 Praktikumsbetriebe und 120 Praktikumsplätze akquiriert werden. Gemeinsam mit den Lehrern und Vertretern einzelener Firmen wurden Qualitätsstandards erarbeitet, die zur Vereinfachung des Praktikumsverlaufs und deren Qualitätssicherung beitragen. 17 SchülerInnen wurden intensiv zum Thema Schülerprakitum und Berufsorientierung beraten und insgesamt 38 SchülerInnen wurden in zwei Praktikumsphasen in Praktika vermittelt. Das Berliner Netzwerkes Ausbildung konnte an der Eckert -Schule etabliert werden und von sechs Firmen gibt es eine Zusage, enger im Sinne der Berufsvorbereitung mit der Eckert-Schule zusammen zuarbeiten.
Das Projekt wird auch nach Ende der Laufzeit von der Schule (Schulsozialarbeit) weiter geführt. 

Podcasts und Web 2.0 in der Unternehmenskommunikation

Geprächsrunde zum Web 2.0
  • Träger: Brigitte Hagedorn, Werkstatt für audio:beiträge
  • Laufzeit: 15.11.2008 – 14.11.2009
  • beantragte Fördersumme: 7.430,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Unternehmerinnen lernen im Rahmen dieses Projektes die Nutzung und Bedeutung der neuen Möglichkeiten im Internet (Web 2.0), insbesondere Podcasting, für die Unternehmenskommunikation kennen. Folgende besondere Ziele werden dabei verfolgt: Möglichkeit und Übung der Selbst-/Unternehmenspräsentation, Vernetzung, Förderung der Medienkompetenz und -souveränität.
  • Innovativer Aspekt : Das Internet, und die neuen Möglichkeiten dort aktiv zu sein, nehmen aktuellen Studien zufolge eine wichtige und größer werdende Bedeutung für Unternehmen ein. In der Unternehmenskommunikation wird die Interaktion mit dem Kunden immer wichtiger, um Vertrauen in das eigene Produkt und die eigene Dienstleistung zu bilden. Konsumenten bevorzugen hier Hörbeiträge (Podcasts) noch vor Lesetexten (Blogs). Die Teilnehmerinnen lernen mit dem "Social Web" souverän umzugehen. 

Werbung für sich und sein Produkt zu machen, mit potentiellen und tatsächlichen Kunden in Kontakt zu treten und zu bleiben ist heutzutage schon ein Muss für jede/n Unternehmer/in. Doch nicht jede/r Unternehmer/in hat eine Marketing- oder PR-Abteilung, die diese wichtigen Dinge für sie/ihn erledigt.
Um gerade selbständigen Frauen dieses Thema nahe zu bringen, wurde dieses Projekt initiiert.
In verschiedenen Workshops und Veranstaltungen wurden den Unternehmerinnen die Nutzung und die verschiedenen Möglichkeiten des Internets aufgezeigt. Neben diesem theoretischen Input hatten die Frauen auch die Gelegenheit selbst aktiv zu werden. Während des Projektes haben acht Teilnehmerinnen ihr Unternehmen in einem eigenen Podcast darstellen können. Bei den vielen kleinen Schritten bis zum fertigen Podcast wurden die Teilnehmerinnen professionell unterstützt und bekamen stets neue technische Informationen und inhaltliche Anregungen.
Die fertigen Beiträge wurden online gestellt. Auch die Möglichkeiten des Blogs (Statistik, Kommentarfunktion, Veröffentlichen) haben die Teilnehmer theoretisch und praktisch kennen gelernt.
Die fertig gestellten Episoden sind in einem Hör-Branchenbuch zusammengestellt worden.
"Unternehmerinnen hörBar – das Hör-Branchenbuch aus Friedrichshain-Kreuzberg" finden Sie auf  http://friedrichshain.podspot.de
Dieses Hör-Branchenbuch ist eine Superidee, um sein eigenes Unternehmen vorzustellen und hörBar zu machen und

  es bietet noch genug Platz für weitere Podcasts kreativer Unternehmerinnen! 

Projektstudie Kreativquartier Südliche Friedrichstadt

Abschlussworkshop im September 2009
  • Träger: Initiative Berliner Kunsthalle
  • Laufzeit: 01.02.2009 – 31.08.2009
  • beantragte Fördersumme: 9.730,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Ziele sind die Entwicklung von Strategien zur Förderung des Viertels als Kunst- u. Kreativwirtschaftsstandort unter Einbeziehung bereits bestehender Studien und Erhebungen, die Darstellung von Machbarkeit eines Clustermanagements u. Beschäftigungseffekten bei Gewerbe u. Kreativszene sowie die Vernetzung u. Aktivierung von lokalen Akteuren, insbesondere der Kleinkunst.
  • Innovativer Aspekt : Der Ansatz entspricht dem aktuellen Stand der Planungs- und Projektpraxis, die Menschen aktiv in die Formulierung von Zielen, Strategien und Maßnahmen einzubinden. Durch die Workshops entstehen neue Kontakte und Ideen, Potentiale werden erforscht. Innovativ ist, dass eine bereits vernetzte Initiative das staatliche Handeln ergänzt. Wirtschafts-/Beschäftigungsförderung die an Kultur und städtebaulichen Aspekte anknüpft, kann zu innovativen und kreativen Prozessen und Handlungsansätzen führen. 

Die südliche Friedrichstadt wird bei Unternehmen der Kreativ- und Kunstbranche immer beliebter. Allein 70 Galerien gibt es in diesem Gebiet, außerdem 10 Museen, 25 Unternehmen der Designwirtschaft und viele mehr. Insgesamt 403 Unternehmen der Kreativbranche sind dort ansässig. 80% der Unternehmen sind zugezogen und das nicht ohne Grund. Die Mieten sind bezahlbar, die Gewerberäume können flexibel gestaltet werden und eignen sich auch Ateliers. Auch die gute Innenstadtlage spielt eine große Rolle. Innerhalb der letzten 10 Jahre ist allein die Zahl der ansässigen Galerien von 10 auf 70 angewachsen.
Mit der Projektstudie „Kreativquartier Südliche Friedrichstadt“ sollten Bedarfe ermittelt und Entwicklungsperspektiven aufgezeigt werden, um die positive Entwicklung der Südlichen Friedrichstadt weiter voranzutreiben und die Südliche Friedrichstadt als integriertes Kreativquartier und Kreativwirtschaftsstandort zu etablieren.
Neben der Auswertung bereits vorhandener Studien zur südlichen Friedrichstadt wurden die Kreativunternehmen im Quartier erfasst und ausgewählte Unternehmen aktivierend zu den Themen Unternehmenscharakteristika, Gründe der Standortwahl, Kooperationsbeziehungen, Vernetzung und Potentiale des Quartiers befragt.
Die Unternehmen hatten auch die Möglichkeit, sich in der Studie und bei der Formulierung von Projektlinien einzubringen.
Es gab auch Fachgespräche mit der Verwaltung und großen ansässigen Unternehmen zur weiteren Entwicklung des Quartiers. In einem Abschlussworkshop wurden die Ergebnisse der Projektstudie vorgestellt und diskutiert.
Das Projekt stieß insgesamt auf große Resonanz. 120 Personen waren direkt beteiligt. Über einen Mail-/Postverteiler wurden ca. 350 Personen erreicht. Außerdem wurde in der Presse ausführlich berichtet.

Im Ergebnis des Projektes, das unter www.kreativ-quartier-berlin.de ausführlich beschrieben und dokumentiert ist, wurde nicht nur eine Studie mit abschließenden Handlungsempfehlungen zur Entwicklung des Kreativquartiers Südliche Friedrichstadt erstellt, sondern es ist dem Projektträger auch gelungen, ein funktionierendes Netzwerk von Unternehmen der Kreativbranche aufzubauen, das stetig weiter entwickelt wird. 

Entwicklung des Wassertourismus an der Spree/Rummelsburger Bucht

  • Träger: KommRum e.V.
  • Laufzeit: 01.04.2009 – 30.09.2009
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Ziel des Projektes ist die Verbreiterung des Bootsverleihs in der Rummelsburger Bucht. Insbesondere sollen geführte Touren und spezielle Angebote für Gruppen entwickelt und umgesetzt werden. In dem Projekt finden seelisch behinderte Menschen eine adäquates Tätigkeitsfeld.
  • Innovativer Aspekt: Es gibt bislang noch kein geführtes Wassertouristisches Angebot mit Kanus und Kajaks in Berlin, obgleich dies regelmäßig bei Bootsverleihern nachgefragt wird.

Der Verein KommRum e.V. erwarb im Februar/ März 2009 insgesamt 10 gebrauchte Boote (Kajaks und Kanadier) und einen Trailer. In den folgenden Monaten wurden die Boote bei der Wasserwirtschaftsbehörde zugelassen und das neue Konzept eines mobilen Kajakverleihs für Gruppen realisiert. Es folgten umfangreiche Recherchearbeiten bzgl. möglicher Einlassstellen der Boote auf den Berliner Gewässern und die Planung und Konzeptionierung verschiedener Tourenangebote einschließlich möglicher Tourenbegleitung.
Das Angebot wurde in dieser ersten Saison mit diesem Konzept vor allem von sozialen Einrichtungen und Trägern genutzt, die mit verschiedenen Gruppen das Angebot nutzten. Teilweise als reines Freizeiterlebnisangebot, teilweise aber auch um schon erworbene Kenntnisse im Kajaksport zu vertiefen und regelmäßig diese Art des Sports zu erleben. Das Angebot wurde in dieser ersten Saison mit diesem Konzept vor allem von sozialen Einrichtungen und Trägern genutzt, die mit verschiedenen Gruppen das Angebot nutzten. Teilweise als reines Freizeiterlebnisangebot, teilweise aber auch um schon erworbene Kenntnisse im Kajaksport zu vertiefen und regelmäßig diese Art des Sports zu erleben.
Im Verlaufe der Vermietungsaktivitäten und angeregt durch die in den Beratungsgesprächen deutlich gewordenen Interessen der Kundengruppen konnten verschiedene Touren entwickelt werden, die im weiteren Verlauf so aufgearbeitet wurden, daß wasserfestes Kartenmaterial, spezielle Hinweise zu den einzelnen Touren, Hinweise auf Highlights und mögliche Rastplätze etc. das reine Vermietungsangebot ergänzten. Da die meisten Gruppen wenig bis keine Erfahrung im Kajaksport besaßen und in der Regel die zu fahrenden Wasserwege nicht kannten, wurde diese Art der Aufbereitung der Touren, verknüpft mit einer entsprechenden hilfreichen Einweisung in die Boote und Wasserverkehrsregeln zu Beginn der Fahrt, als unterstützend und bereichernd erlebt. Die psychisch erkrankten MitarbeiterInnen wurden wie im Vorjahr in kompetenzerweiternden Schulungen und Übungen auf ihre Tätigkeit vorbereitet und aktiv in die Gestaltung und Umsetzung/ Planung des Konzeptes einbezogen. Zum Teil arbeiteten MitarbeiterInnen aus der vergangenen Saison mit, so daß an bisherige Erfahrungen angeknüpft werden konnte und die neu einzuarbeitenden MitarbeiterInnen sich an erfahrenen KollegInnen orientieren konnten. In regelmäßigen Teamsitzungen wurde die Einsatzplanung koordiniert, Korrekturen bei Tourenplanungen vorgenommen und gemeinsam die Tätigkeit unterstützende Materialien wie Checklisten etc. erstellt. Kundengesprächssituationen wurden geübt, für die Einweisung der Kundengruppen Hilfsmaterial erstellt. Die ausnahmslos positiven Rückmeldungen der Kunden und angesprochenen Zielgruppen bestärken die Weiterführung des Projektes und den weiteren Ausbau dieses Wassertourismuskonzeptes. Für die Zukunft werden weitere Kooperationen, z.B. mit Tagungshäusern, Jugendgästehäusern etc. sowie weitere Streuung der Werbeaktivitäten angestrebt, so dass gut planbare Größen des Projektes entstehen können. 

Netzwerk Zukunft Schule-Wirtschaft zur Nachwuchsförderung und Berufsorientierung

oben: Ideenforum in der O2 world
unten: Tag des offenen Unternehmens
  • Träger: Friedrichshain - Kreuzberger Unternehmerverein e.V.
  • Laufzeit : 15.03.2009 – 30.10.2009
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Aktuelle Ausbildungsangebote und Berufsbilder sollen für Schüler transparent gemacht und Berufsmotivationen sollen gestärkt werden. Die im Bezirk vorhandenen Ausbildungsplätze sollen mit geeignetem Nachwuchs/Auszubildenden besetzt werden. Die Unternehmen werden bei der Suche nach geeigneten motivierten Schüler/innen unterstützt. Unternehmen und Schulen werden regional stärker vernetzt.
  • Innovativer Aspekt: Neu ist, konkret dafür zu sorgen, dass Berufe praxisorientiert in der Schule vorgestellt werden, Schüler/innen und Unternehmer sich dabei kennen lernen. Neu ist der Leitfaden Kooperation Schule-Betrieb mit beispielhafter Umsetzung. Neu ist, der FKU bahnt Kontakte an und begleitet die Umsetzungsprozesse. 

Durch das Projekt „Netzwerk Zukunft Schule-Wirtschaft“, das vom 15. März bis 14. November 2009 lief, lernten sich Schulen und Unternehmen des Bezirkes besser kennen. SchülerInnen konnten Berufsbilder und Ausbildungsangebote praxisnah erleben und dadurch ihre Berufsmotivationen stärken. Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen wurden auf den Weg gebracht. Das Netzwerk Schule-Wirtschaft konnte enger geknüpft werden.
Auf dem Ideenforum am 3. Juni 2009 in der O2 world diskutierten rund 80 Teilnehmer aus Schulen und Unternehmen sowie dem Bezirksamt, der Schulverwaltung, dem JobCenter und der Agentur für Arbeit über Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft. Dazu werden feste Partnerschaften von vielen angestrebt. Doch gerade bei der Suche nach geeigneten Partnern und der Kontaktaufnahme ist Unterstützung notwendig. Die Mehrheit der Teilnehmer begrüßte deshalb den Vorschlag, für diese Aufgaben eine bezirkliche Koordinierungsstelle einzurichten. 
Durch das Projekt konnten sechs Kooperationen zwischen Schulen und Unternehmen auf den Weg gebracht werden und weitere sind in der Planung. In zahlreichen Gesprächen mit den interessierten Partnern wurden Wünsche und Vorstellungen für eine Zusammenarbeit formuliert. Die Unternehmen stellten ihre Angebote an die Schulen vor. Geeignete Partner wurden dann zusammen gebracht und die ersten Kontakte und Gespräche begleitet. 
So wird die BASF Services Europe GmbH künftig mit der Carl-von-Ossietzky-Oberschule und der Ellen-Key-Schule kooperieren. Die BASF will auf diese Weise frühzeitig Nachwuchs heranziehen. Für sehr interessierte SchülerInnen sollen besondere Praktikumsformen entwickelt werden. Die Neues Deutschland Druckerei und Verlag GmbH hat mit der Carl-Friedrich-Zelter Schule eine Partnerschaft aufgenommen. Projekttage zum Thema Zeitung in der Schule sollen durchgeführt werden. Ein Fotoworkshop läuft schon. Im Januar 2010 startet ein Theaterprojekt. 
Als praktische Hilfestellung und Ideengeber entwickelte das Projekt einen Wegweiser für den Aufbau von Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. Darin sind Beispiele und Anregungen aus dem Forum sowie den zahlreichen Gesprächen eingeflossen. Der Wegweiser steht für alle Interessierten auch auf der Internetseite des Unternehmervereins unter  www.fk-unternehmerverein.de zum download bereit. 
 Am 15. Oktober 2009 fand der „Tag des offenen Unternehmens“ statt. Er wurde in Kooperation mit der Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft durchgeführt. Rund 350 SchülerInnen der 8. und 9. Klassen unternahmen Exkursionen in 30 Unternehmen des Bezirks. Die SchülerInnen lernten auf diese Weise sehr praxisnah Ausbildungsberufe in verschiedenen Branchen kennen. 

Möckernkiez

Camilo und Lila (oben)
In der Arbeitsgruppe (unten)
  • Träger: Initiative Möckernkiez
  • Laufzeit: 15.03.2009 – 30.11.2009
  • beantragte Fördersumme: 9.900,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: Einbindung einer Gruppe von jungen Menschen mit Behinderung in das Wohnprojekt der Initiative Möckernkiez. Schaffung von Wohn- und Arbeitsplätzen für diese Gruppe im Projekt, indem im Gewerberiegel neue Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden, bzw. Integrationsbetriebe in die Planung einbezogen werden.
  • Innovativer Aspekt: Innovativ ist die Einbindung von jungen Menschen mit Behinderung in ein großes städtebauliches Vorhaben mit bürgerschaftlichem Engagement auf der Basis ihrer Fähigkeiten und Besonderheiten. Sie sollen hier gleichberechtigt wohnen und arbeiten können. Im Rahmen des Wohnprojekts werden die Bedürfnisse dieser Gruppe von Beginn an berücksichtigt und zum Nutzen aller werden Beschäftigungsmöglichkeiten im unmittelbaren Wohnumfeld entstehen. 

Die Initiative Möckernkiez ist eine Bürgerinitiative, die auf dem Gleisdreieck-Gelände in Berlin-Kreuzberg ein Baufeld bebauen will. Auf dem Gelände entlang der Yorkstraße/ Möckernstraße sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren fast 400 neue Wohnungen und diverse Geschäfts- und Gemeinschaftsräume entstehen. Das Konzept der Initiative berücksichtigt soziale und ökologische Ziele und ermöglicht eine bedüfnisorientierte und partizipative Planung des neuen Stadtquartiers. Mit diesem Vorgehen werden Menschen angesprochen, die sich für neue Lebens- und Wohnformen im innerstädtischen Quartier sowie für neue Formen des nachbarschaftlichen Zusammenlebens interessieren. 
Ein wesentliches Ziel der Initiative ist die Einbindung von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Möckernkiez, und zwar von Anfang an. Neben Wohnräumen sollen Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen werden. Um dieses Ziel effektiv zu verfolgen, wurde ein LKS-Projekt durchgeführt. 
Im Rahmen des Projektes wurden die Konzepte zur Ermöglichung von Teilhabe und Inklusion im Möckernkiez entwickelt. Es fanden zahlreiche Arbeits- und Planungstreffen statt. Größte Veranstaltung mit ca. 60 Personen fand zu Beginn des Projekts in der Gelben Villa statt, wo in einer Tages-Veranstaltung das Thema Teilhabe und Inklusion bearbeitet wurde.
Herzstück des LSK-Projektes war jedoch eine dreiteilige Workshop-Reihe für junge Menschen mit Beeinträchtigungen.
Insgesamt 10 junge Erwachsene, die am Übergang von Schule zu Beruf stehen, haben unser Angebot wahrgenommen und haben sich mit folgenden Fragen beschäftigt:
Wie will ich wohnen? Mit wem will ich wohnen? Was brauche ich für ein gutes Leben? Welche Hilfen brauche ich im Alltag und was kann ich anderen von mir geben? 
Acht der zehn Teilnehmer konnten sich am Ende der Workshop-Reihe vorstellen, in den Möckernkiez einzuziehen. Es zeichneten sich Wunsch-Wohnformen und Wunsch- MitbewohnerInnen ab. Ein großes Bedürfnis der Jugendlichen ist es einen Raum zu finden, wo Wechsel und Veränderungen auch für sie möglich sind, wo Wohnformen ausprobiert werden können und änderbar sind. Durch die Einbindung und zusätzliche Befragung der Eltern konnten die Bedürfnisse der Familien abgefragt und in die weitere Planung eingehen.
Näheres zur Initiative unter: www.moeckernkiez.de