FINALIST - FInancial LIteracy STimulation

Unter welchen Umständen wäre es für Sie finanziell von Vorteil, Geld auszuleihen, um irgend etwas jetzt zu kaufen und es mit zukünftigem Einkommen abzubezahlen – wenn Sie einen zweiwöchigen Urlaub wirklich nötig haben, wenn Kleidungsstücke, die Ihnen gefallen, heruntergesetzt werden, Sie ein Auto kaufen müssen, damit Sie einen viel besser bezahlten Job bekommen oder wenn die Darlehenszinsen höher sind als die Zinsen für Ihre Ersparnisse?
Werden die Kosten dafür, Geld auszuleihen, gemessen durch den Jahreszinssatz oder die Höhe der Auszahlung oder die monatliche Rate?

Dies sind zwei der 25 Fragen, die im Rahmen dieses Projekts Bürgerinnen und Bürgern in Griechenland, Bulgarien, Deutschland, Frankreich und Zypern gestellt wurden, um aus der Beantwortung Schlussfolgerungen für den Bedarf an finanzieller Bildung in den beteiligten Staaten zu ziehen.    

Ausgangspunkt für das aus dem EU-Aktionsprogramm zur Erwachsenenbildung "Grundtvig" geförderte Projekt waren internationale Studien, die belegen, dass das Finanz- und Wirtschaftswissen der Verbraucher generell gering ist. Da auf der anderen Seite Angebot und Komplexität der angebotenen Finanzdienstleistungen durch Innovation und Globalisierung zunehmen, gewinnt auch das Finanzwissen der Bürger zunehmend an Bedeutung.
In einer Mitteilung legte die  EU-Kommission im Februar 2008 Grundsätze zur Vermittlung und zum Erwerb von Finanzwissen dar. So sollen dem Einzelnen Finanzprodukte und –konzepte näher gebracht und ihm das nötige Rüstzeug an die Hand gegeben werden, um sich in diesem Bereich zurechtzufinden und bei Finanzdienstleistungen in Kenntnis der Risiken und Chancen die richtige Entscheidung zu treffen.
Diese Ziele wurden mit dem Projekt aufgegriffen: Es ging im weitesten Sinne darum, Kenntnisse von Menschen ausgewählter benachteiligter Gruppen auf finanziellem Gebiet (insbesondere, was ihr persönliches Finanzmanagement betrifft) zu stärken. Der Schwerpunkt sollte dabei auf der Entwicklung und Erprobung präventiver Angebote (zur Vermeidung von Verschuldung) liegen.

www.moneycare-online.de

Beteiligt waren Partner aus 5 Staaten (Griechenland, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Zypern). Koordinierende Einrichtung war die Universität Piräus (Forschungszentrum).

Den „inner circle“ bildeten
- Universität Piräus
- Universität Athen
- KEPKA – Consumers Protection Centre (Griechenland)
- Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin
- Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
- Higher School of Insurance and Finance Sofia
- Federation of Consumers in Bulgaria
- Allweb Solutions S.A.

 

„Outer circle“:
- Universität von Nizza
- Universität von Zypern

 

 

Beim Auftaktmeeting mit allen Partner/innen in Athen, Januar 2008

In Berlin beteiligten sich die Hochschule für Wirtschaft und Recht und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Projekt "FINALIST".

Um nicht an den Fachleuten vorbei zu arbeiten, konnten wichtige Partner des Bezirksamtes für eine Zusammenarbeit gewonnen werden: die Dilab Schuldnerberatungsstelle mit ihrem inzwischen landesweit bekannten Schuldnerberater Peter Zwegat und mit Alexandra Horn sowie die Insolvenzberatung der AWO mit Schuldnerberaterin Susanne Wilkening, die alle seit etlichen Jahren engagiert auf dem Gebiet der Prävention in der Schuldnerberatung tätig sind.

Der Test der Module erfolgte ab Februar 2009 mit Unterstützung des JobCenters Friedrichshain-Kreuzberg im Ökologischen Bildungszentrum Lasker Höfe der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen.

Laufzeit des Projekts:

1. 1. 2008 bis 31. 12. 2009

Inhalt: 

  • Durchführung von Umfragen in Bezug auf den Bedarf bzw. die Notwendigkeit von "finanzieller Bildung",
  • Entwicklung, pilothafte Erprobung und Verbreitung von innovativem Trainingsmaterial und Modulen,
  • Durchführung von Trainings-Workshops für Lehrer und die Entwicklung eines Netzwerks von Pädagogen auf dem Gebiet der Finanzbildung bzw. von entsprechenden Beratungseinrichtungen sowie
  • Aktivitäten zur Verbreitung der Ergebnisse.

Die Berliner Partner hattn sich darauf verständigt, insbesondere Angebote für Menschen, denen eine Überschuldung droht bzw. die bereits davon betroffen sind, zu entwickeln. Vorgesehen war, Qualifizierungsmodule zu entwickeln und zu erproben und diese in Zusammenarbeit mit dem JobCenter Friedrichshain-Kreuzberg umzusetzen.

Ansprechpartner/innen: