Projekte aus 2007

Im Jahr 2007 wurden insgesamt 25 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 267.000 € bewilligt. Die Projekte wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht über alle bewilligten Projekte.

Einen Großteil der Projekte möchten wir Ihnen hier etwas ausführlicher vorstellen. 

Weiterhin wurden im Jahr 2007 folgende Projekte bewilligt und durchgeführt:

  • Designetage Frankfurter Allee
  • CleaneXX
  • Projektvernetzung für ehrenamtlich arbeitende Initiativen und Vereine
  • Keine Angst vor Technik - Frauen reparieren selbst
  • Entwicklung, Produktion und Vermarktung einer Bekleidungskollektion
  • Persönlichkeit stärken und Netzwerke kultivieren
  • Snacks - on - Bikes
  • Feetbag! Produktentwicklung-Design-Vertrieb

Wandbemalung im Rathaus Yorckstraße

  • Träger: Verein für soziale Kultur, Information und Pädagogik e.V.
  • Laufzeit: 27.02.- 03.05.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.198,27 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Förderung von Schritten in die Selbständigkeit von arbeitslosen Künstler/innen, Erwerb von Zusatzqualifikationen, kundenorientierte Raumgestaltung
  • Innovativer Aspekt: Die Einbeziehung von arbeitslosen Künstler/innen des Stadtteils in die Ausgestaltung und Verschönerung eines großen öffentlichen Gebäudes ist eine wichtige Chance, sich als spezialisierte und qualifizierte Arbeitskräfte bzw. aufstrebende Selbständige darzustellen. Die Zusammenarbeit mit der BUF bildet einen zusätzlichen Aspekt der Qualifizierung, indem die Künstler/innen über die künstlerische Gestaltung hinaus in die Lage versetzt werden, sich auf die speziellen Erfordernisse großer Wohnanlagen, öffentlicher Gebäude und gewerblicher Betriebe einzustellen.

In den Fluren des Rathauses Yorckstraße entstanden durch arbeitslose Künstler/innen in Zusammenarbeit mit Meistern und Azubis von zwei Bildungsträgern eindrucksvolle Wandbemalungen.
Die Künstlergruppe hat sich professionell der Aufgabe gestellt: Entwürfe wurden gefertigt und Farbkonzepte entwickelt. Die vorbereiteten Entwürfe wurden dann mit allen Verantwortlichen und Beteiligten diskutiert und Änderungen eingearbeitet.
Sämtliche Ausführungsschritte wurden in Workshops und durch die Unterstützung der künstlerischen Leitung in Hinsicht auf Ausführung, zeitliche Abläufe und gewünschte Wirkung ausprobiert, bevor mit der eigentlichen Bemalung begonnen wurde.
Eine große Herausforderung für die Teilnehmer/innen war die Bemalung von zwei Glasflächen, die spezielle Farben und  eine besondere Technik erforderte.
Die dabei erlernten Techniken und gewonnenen Erfahrungen waren außergewöhnlich und ein Qualifizierungsbaustein für selbständige Tätigkeit.
Die erfolgreiche Bemalung der Glasflächen stellt für die Künstler/innen eine Chance der Weiterentwicklung für berufliche Tätigkeit dar, da das Ergebnis genau vorher geplant werden konnte, und dekorative Effekte gezielt eingesetzt werden konnten.
Das Ergebnis dieses erfolgreichen Projektes kann im Altbau des Rathauses in der Yorckstraße besichtigt werden.

„the swedish experience – SEESCHEUNE 2007“

  • Träger: Nordland-Initiative e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 30.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 14.720,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Qualifikation und Stärkung junger Menschen für ihren Eintritt in den Ausbildungsmarkt im Bereich Holzbearbeitung/Holzbau. Förderung eines offensiven und problemlösungsorientierten Standpunktes im Berufs- und Privatleben. Erwerb von Schlüsselkompetenzen.
  • Innovativer Aspekt: Verschmelzung rein fachlicher Qualifizierung der Teilnehmer mit dem Lernfeld soziale und kulturelle Kompetenz und Europäisches Bewusstsein,  Herauslösen der Lern- und Arbeitsinhalte aus dem gewohnten Alltagsverständnis /-kontext und damit überdurchschnittliche Konzentration auf die Projektziele, ganzheitliche Betrachtung und Bearbeitung der Zusammenhänge die eine  Berufsqualikfikation ermöglichen, in sich geschlossenes Projekt, dass jederzeit mehrfach wiederholbar ist.

Drei Wochen Schweden, ohne Disco oder Kino, mitten auf dem Land - nur Natur und Abgeschiedenheit, einfachste Unterbringung und Selbstversorgung. Dazu noch täglich lange harte Arbeit an einem historischen, in traditioneller skandinavischer Blockbauweise errichteten Scheunenboden, der originalgetreu restauriert werden sollte. Das war für Großstädter im Alter von 17-23 Jahren schon eine ganz besondere Herausforderung.
10 Schüler/innen des Oberstufenzentrums Bau II nutzten die Chance, sich dieser Herausforderung zu stellen.
Schon in der Vorbereitungsphase wurden die Teilnehmer/innen im Umgang mit Kreis- und Stichsägen sowie Bohrmaschinen geschult und fertigten Zimmerer-Böcke, die in Schweden auch gleich zum Einsatz kamen.
Neben der Arbeit am Scheunenboden mussten die Jugendlichen auch ganz alltägliche Dinge bewältigen. Dazu gehörten das Kochen und Einkaufen und die Organisation der Freizeit in dieser provinziellen, ländlichen Umgebung. Es gab aber auch die Gelegenheit, die schwedische Lebens- und Arbeitsweise und Berufsperspektiven vor Ort intensiv kennen zu lernen.
So wurden nicht nur neue fachliche Erfahrungen gesammelt, sondern auch Teamgeist und Verantwortungsgefühl geschult.

 

Lange Tafel Bergmannstraße

  • Träger: Lange Tafel e.V.
  • Laufzeit: 01.02. – 15.07.2007
  • beantragte Fördersumme: 9.790,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Integration von jugendlichen Migrant/innen im Kiez zwischen 13 und 17 Jahren, Aufbau persönlicher Beziehungen zu den Nachbar/innen, Wertschätzung der persönlichen Biografie, Wissensaustausch, Erfahrungsaustausch über die Geschichte des Kiezes, Identifikation mit der Wohngegend,  Abbau von Berührungs-ängsten und kulturbestimmter Stigmatisierung, Sprachbildung, Gewaltprävention, kritische Wertediskussion im Wandel der Generationen, Aufbau einer demokratischen Kommunikationsstruktur
  • Innovativer Aspekt: Die kulturelle Aufwertung des Projektes, das als dokumentarische Inszenierung konzipiert ist, stützt sich auf die Wirkung von interaktivem Theater: Katharsis und aktives Verändern der gegenwärtigen Lage in einem ganzheitlichen Lernprozess, der die alltäglichen Kommunikationsblockaden aufhebt und neue Wege der Kommunikation schafft. Jede Lange Tafel, egal wo sie durchgeführt wird, ist ein regionales Novum und damit innovativ, weil jedes mal anders.

Mit viel ehrenamtlichen Engagement, hohem kommunikativen Geschick und in Zusammenarbeit mit kiezansässigen Schulen, Seniorenheimen und Institutionen wurde bei diesem Projekt eine einzigartige Begegnung der Generationen ins Leben gerufen, von der alle Beteiligten in hohem Maße profitieren.
Es begegneten sich dabei Menschen, die sich sonst niemals kennen gelernt hätten.
Bei diesen Treffen zwischen Jung und Alt wurden Geschichten erzählt. Geschichten, die ein Mensch vor 5, 30 oder auch 60 Jahren erlebt hat oder die vielleicht erst vor ein paar Tagen passiert sind. Jeder erhielt so einen ganz kleinen Einblick in das Leben des jüngeren oder älteren Menschen ihm gegenüber.
Gemeinsam wurden diese Geschichten zusammen getragen, dokumentiert und öffentlich gemacht.
Beim Finale, dem großen Spaghettiessen am 06. Juli 2007, zu dem 500 Gäste aller Altersgruppen aus dem Kiez geladen waren, konnte jeder Besucher die Geschichten lesen, die entlang der 200 m langen Tafel an einer Wäscheleine flatterten.
Auch dabei kam man miteinander ins Gespräch und es wurden neue Geschichten erzählt.
Es ist hier gelungen den generationsübergreifenden Dialog anzuregen. Vorurteile auf beiden Seiten zwischen Jung und Alt wurden abgebaut. Es entstand Interesse am Anderen und seiner persönlichen Geschichte im Zusammenhang mit gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Ereignissen und Entwicklungen. Hier wurde ein Miteinander geschaffen, eine echte Annäherung zwischen den Generationen im Rahmen der Gesprächsrunden und der anschließenden Dokumentation unter dem Motto: „Geschichten von der Wäscheleine“.  

Buchprojekt: „Chefinnen im Bezirk“

  • Träger: Frieda-Frauenzentrum e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 30.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Erstellung einer Buchdokumentation: Der etwas andere Blick auf den Bezirk: Vorstellung von ansässigen Chefinnen aus verschiedenen Kulturen; Widerspiegelung ihrer (weiblichen) Lebensarten und -weisen. Ziel ist es darzustellen, wie diese Frauen eigenverantwortlich ihren Alltag und ihre Berufung (Firma, Projekt, Unternehmen, Haushalt, Kinder?) bewältigen; Darstellung ihrer Servicepunkte und Netzwerkeleien. Eine unterhaltsame, kurzweilige Dokumentation zum anregen, motivieren und nachmachen.
  • Innovativer Aspekt: Verbesserung des Kiezcolorits durch das Bewusstmachen eigener persönlicher Stärken, der jeweiligen Lebensbedingungen sowie durch eine originelle und zeitgemäße Publikation. Schaffung von Identifizierungsmöglichkeiten (Vorbildwirkungen) durch die ausgewählten "Chefinnen"; Förderung des Respekts unterschiedlicher Kulturen und Lebensbiografien im Bezirk; Förderung schreibender (kreativer) Frauen im Bezirk


„Friedrichshain-Kreuzberg ist ein bunt wimmelndes Biotop charismatischer Frauen und pfiffiger Ideen..... Und die stellen immer öfter immer mehr auf die Beine.“
Im Buchprojekt „Chefinnen im Bezirk“ geht es um Frauen, die es geschafft haben, sich mit ihren kreativen Ideen eine Existenz aufzubauen.
Die beiden Autorinnen haben mit Unternehmerinnen verschiedener Branchen in unserem Bezirk über das alltägliche Leben und Arbeiten, große Schwierigkeiten und kleine Erfolge, über eigene Wünsche und Visionen gesprochen.
Herausgekommen sind dabei 14 originelle, spritzig geschriebene und witzig illustrierte Kurzgeschichten über diese Powerfrauen, ihren Alltag, ihre Träume und ihre Lebensweisen.
Diese etwas andere Sicht auf unseren Bezirk und seine Bewohnerinnen soll motivieren, anregen und vor allem Mut machen.
Eine besondere Erfahrung und Motivation war dieses Projekt aber auch für die „Macherinnen“ dieses Buchs, die Autorinnen und die Grafikerin, denn sie selbst unternehmen gerade die ersten mühsamen Schritte in der Selbständigkeit. 
Neugierig geworden? Dieses Buch kann man im Frieda-Frauenzentrum erwerben.

Spiele der Welt – spiel mit uns“

  • Träger: Förderverein der kinder- und jugendpolitischen Arbeit e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 30.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Mit migrantischen Jugendlichen aus dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg werden gemeinsam Spiele entworfen. Durch die Konzeptionalisierung und Herstellung von Spielen werden wichtige soziale Fertigkeiten erlernt. Besonders Teamfähigkeit soll den Jugendlichen vermittelt werden, unter anderem durch die Form der Diskussion, die dem Entwurf neuer Spielideen vorangeht. Das Erlernen handwerklicher Fähigkeiten ist Bestandteil des Projekts.
  • Innovativer Aspekt: Besonderer Augenmerk soll u.a. auf die Begegnung der Familien untereinander gelegt werden, um so eine Art Netzwerk zwischen den migrantischen Familien ins Leben zu rufen und einen Informationsaustausch untereinander zu ermöglichen. Die gestalterische Arbeit mit Materialien wie Holz, Ton und Metall vermittelt den Jugendlichen spielerisch handwerkliche Fähigkeiten und erlaubt ihnen ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Spiele werden dann in anderen Einrichtungen vorgestellt, um den Jugendlichen die Möglichkeit der Präsentation ihrer Arbeit zu geben und sie in Kontakt mit Anderen treten zu lassen. Aber auch die zahlreichen Kinderfeste in Berlin bieten dafür Gelegenheit. Die Spiele können für Kindergeburtstage und sonstige Feiern ausgeliehen werden.

Der Förderverein der kinder- und jugendpolitischen Arbeit e.V. zielte in diesem Projekt auf eine ganzheitliche Form der beruflichen Orientierung. Die Jugendlichen sollten sowohl für handwerkliche Berufe begeistert werden, aber auch notwenige erste Qualifizierungen erhalten. Selbstverständlich gab es die Zielsetzung, dass gruppendynamische Prozesse erfolgen und dass das Team auf einzelne Teilnehmer/innen eingeht.

Es wurden viele Spielideen für Kinder und Jugendliche entwickelt, gestaltet und umgesetzt. Es ging dabei nicht nur um das Herstellen von irgendwelchen Spielen. Es sollten Spiele entstehen, bei denen sich Kinder und Jugendliche zu den unterschiedlichsten Themen bilden können und über das eigentliche Spielangebot hinaus vielleicht Lust bekommen, sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen. Themenschwerpunkte der inhaltlichen Ausgestaltung der Spiele waren: 
 
1. Liebe, Freundschaft & Sexualität
2. Ernährung
3. Umwelt
4. Globalisierung
5. Ausgrenzung
6. Ausländer/innenfeindlichkeit

Bei dem monatlich durchgeführten Cafèbetrieb und bei Kinderfesten konnten die Projektteilnehmer/innen die Reaktionen der Kinder, Jugendlichen und der Besucher/innen erfahren. Diese zumeist positiven Reaktionen wirkten sich in der Projektarbeit aus. Die Kreativität, die Motivation und die Arbeitsintensität der Projektteilnehmer/innen konnte hierdurch sehr gestärkt werden.       

Tour Belle Alliance 2007

  • Träger : Verein Quartier Belle-Alliance e.V.
  • Laufzeit: 01.06.2007 – 30.10.2007
  • beantragte Fördersumme: 11.150,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel: Förderung des Gewerbes und soziokultureller Einrichtungen, dadurch Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen; Darstellung der Qualitäten und kulturellen Vielfalt, die im Quartier vorhanden sind; Veranstaltungen, die ein multikulturelles Erleben und Verstehen, verstärktes mobiles und vitales Miteinander fördern; Kommunikation schaffen; dadurch Erkennen von Problemen, Erörtern und Erarbeiten von Lösungsvorschlägen.
  • Innovativer Aspekt: Das Projekt fördert die Vernetzung und Einbeziehung aller Gewerbe, soziokulturellen Einrichtungen und Bewohner zur weiteren Entwicklung des Quartierbewusstseins. Durch die Aktionen werden Kommunikation und Identität aller Personengruppen im Quartier deutlich gestärkt und zu gemeinsamen Veranstaltungen auch außerhalb der Aktionstage angeregt. Mit einer neuen Namensgebung für das Quartier (Name mit historischem Hintergrund) erfolgt eine Stärkung der Bindung aller mit dem Quartier Belle-Alliance. Dies bedeutet langfristig eine Belebung und Aufwertung des Quartiers. Die Etablierung der Aktionstage soll dazu beitragen, präventiv kulturellen Ressentiments entgegen zu wirken.
    Das Ziel ist ein friedliches und vitales Miteinander im gesamten Quartier.

Der Verein Quartier Belle Alliance e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Viertel vom Südstern bis zu den Yorckbrücken und vom Landwehrkanal bis zum Flughafen Tempelhof zu einem Anziehungspunkt für Berliner und ihre Gäste werden zu lassen. Dieses historisch bedeutsame Quartier besitzt einen ganz eigenen Charme, denn hier wohnen und arbeiten Menschen unterschiedlichster Kulturen nebeneinander und machen das ehemalige „Kreuzberg 61“ zu einem lebendigen und sympathischen Viertel.
In einer einzigartigen Aktion hat der Verein ca. 70 ansässige Gewerbetreibende, Handwerker/innen, Künstler/innen, Institutionen und Anwohner/innen mobilisiert, um gemeinsam auf rund 200 Veranstaltungen und durch vielfältige Aktionen 4 Tage lang ihren Kiez vorzustellen und dabei auch untereinander Kontakte zu knüpfen. Viele Einzelhändler/innen und Kreative nutzten diese Möglichkeit, um sich in einem größeren Rahmen zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu präsentierten.
Während der Auftaktveranstaltung im Rathaus Kreuzberg wurde eine Ausstellung über Kunst und Design aus dem Quartier Belle-Alliance eröffnet. 
So hatten die zahlreichen Besucher/innen die Gelegenheit, die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit dieses Quartiers zu entdecken und zu erleben.

1. Friedrichshain-Kreuzberger Kunstaktion „Arbeit und Bildung“

  • Träger: BUF Bildungseinrichtung für berufliche Umschulung
  • Laufzeit: 01.04.2007 – 15.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 14.879,91 € 
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Bedeutende Verbesserung der Kommunikation zwischen Arbeitslosen u. Arbeitsmarktpolitiker/innen, Behördenmitarbeiter/innen, Bildungs- u. Beschäftigungsanbieter/innen, lokalen Initiativen u. Unternehmen. Durchführung einer gemeinschaftlichen Kunstaktion, gekoppelt mit Präsentationen durch die Interessengruppen.
  • Innovativer Aspekt: Unmittelbarkeit der Kontakte und der Kommunikation zwischen Akteuren der Arbeitsmarktpolitik, der Beschäftigungsförderung und der Bildung sowie der von Arbeitslosigkeit betroffenen Bevölkerung. Umfangreiche Einbeziehung der von Arbeitslosigkeit betroffenen Mitbürger/innen in das Projekt in allen seinen Phasen. Bedürfnisse, Wünsche und Interessen, die von Arbeitslosigkeit betroffene Mitbürger/innen  - vor allem während der Aktionstage -  artikulieren, werden als wichiger Teil des Projektes und seiner Ergebnisse betrachtet.

Über Probleme und Sorgen zu reden, Distanzen zu überwinden und füreinander Verständnis zu zeigen, das war das Anliegen der 1. Friedrichshain-Kreuzberger Kunstaktion „Arbeit und Bildung“.
Erwerbslose aller Altersgruppen, Vertreter/innen von Bildungs- und Beschäftigungsträgern sowie Behörden setzten sich gemeinsam an einen Tisch und sprachen nicht nur über Bedürfnisse und Interessen erwerbsloser Bürger/innen, sondern auch über Vermittlungsprobleme oder über vorhandene Bildungs- und Qualifizierungsangebote.
Welche Bedürfnisse haben erwerbslose Bürger/innen und was wird von ihnen erwartet? Welche Tatsachen und Probleme sind hinderlich für die Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt? Welche Hilfen für die Integration in den allgemeinen Beschäftigungsmarkt werden benötigt? Diese und viele weitere Fragen wurden gemeinsam in verschiedenen Aktionsgruppen diskutiert. Die zusammengetragenen Ergebnisse dieser Diskussionsrunden wurden in einer Dokumentation zusammengefasst.

Die Teilnehmer/innen haben aber nicht nur miteinander gesprochen; sie haben sich auch künstlerisch-kreativ betätigt.
Unter der Leitung der Künstlerin Anne Ochmann wurde während der Hauptaktionstage im Künstlerhaus Bethanien gemeinsam mit allen Teilnehmer/innen ein Mosaik gefertigt.
Dieses Gemeinschaftskunstwerk kann im Rathaus Kreuzberg besichtigt werden.

 

Bürgeraustausch Berlin-Lyon

  • Träger: JODOCK. Die Kulturvermittler
  • Laufzeit: 01.06.2007 – 30.11.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.500,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen.
  • Ziel: Begegnung von Bürger/innen unterschiedlicher Nationalitäten , Kennen lernen von Beteiligungsformen und – methoden zur Verbesserung der Lebenssituation in ihren jeweiligen Wohngebieten;  daraus folgend eine Motivation für die Teilnehmenden, sich in ihrer Wohnnachbarschaft stärker einzubringen und den interkulturellen Dialog zum Nutzen des Wohngebietes voranzutreiben.
  • Innovativer Aspekt: Über den sonst üblichen Kommunikationshorizont weit hinaus führt der Bürgeraustausch mit einer Stadt in einem anderen Land, mit anderer Kultur, Geschichte und Sprache. Während Problemlagen von den Menschen im Kiez, allenfalls im Stadtteil gespiegelt und bearbeitet werden, ermöglicht der weite Blick hinaus, ganz andere, innovative Möglichkeiten für ähnlich gelagerte Probleme als Lösungschancen zu finden.
    Neue Vernetzungen können entstehen, die einen Dialog über kulturelle Schranken hinweg fördern und in Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung voranbringen.

Kulturelle und gesellschaftliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede erforschten Bürger/innen aus Lyon und Berlin wechselseitig in beiden Städten bei einem jeweils 5-tägigen Bürgeraustausch. Die Berliner Teilnehmer/innen leben schon viele Jahre in den Bezirken Kreuzberg und Marzahn. Sie stammen jedoch aus Vietnam, der Ukraine, der Türkei, Ost- und Westdeutschland.
Für beide Seiten war der Einblick in die Lebensweisen und in die Zusammenarbeit der Bürger mit den Kommunalverwaltungen der anderen Stadt sehr interessant.
Einen besonders bleibenden Eindruck hat z.B. bei den Berliner Teilnehmer/innen ein leergezogenes Gebäude in Lyon hinterlassen, das als Ausstellungsraum genutzt wird. Dort wird zur Zeit besonders anschaulich die Integration ausländischer Menschen in Lyon darstellt. Außerdem hatten die Teilnehmer/innen die Gelegenheit, sich über die Maßnahmen zur Erhaltung und Erneuerung des URBAN II Gebietes zu informieren und natürlich viele kulturelle Aktivitäten der jeweils anderen Stadt kennen zu lernen. Besonders interessant war der Besuch der „Elternuniversität“, einer Art „Volkshochschule von untern“, die auch im Wrangelkiez entstehen soll.
Die Teilnehmer/innen haben bei diesem Projekt erfahren, dass sich unterschiedliche Generationen und Nationalitäten sehr gut ergänzen und kulturelle Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung zwischen ihnen möglich ist, insbesondere dann, wenn die notwendige Sprachkompetenz vorhanden ist.
Auch die Kooperation zwischen den Bürger/innen aus Marzahn und Kreuzberg während der Vor- und Nachbereitungsphase war von großer Bedeutung.
So konnten anfängliche Berührungsängste abgebaut werden und es wurde für die Zukunft ein enger Austausch zwischen Kreuzberger und Marzahner Projekten vereinbart.
Die Teilnehmer/innen beider Städte haben bei ihren Besuchen viele neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Sie wurden ermutigt, sich in ihrer Nachbarschaft und in ihrem Zuhause stärker einzubringen und den interkulturellen Dialog zum Nutzen des Wohngebietes und nicht zuletzt auch innerhalb der eigenen Stadtgrenzen voranzutreiben.

Die Alfred-Döblin-Bibliothek geht in die Gemeinde

  • Träger: ajb GmbH
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 30.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Aufbau eines Netzwerkes zwischen der Patientenbibliothek (Urbankrankenhaus) und sozialen Einrichtungen des Bezirkes (Seniorenheime, Nachbarschaftshäuser, Migrationsprojekten u.a.), Umsetzung durch psychisch kranke Menschen, denen somit eine Qualifizierung und Erweiterung des Beschäftigungsfeldes geboten wird
  • Innovativer Aspekt: Das Besondere an diesem Netzwerkaufbau liegt darin, dass psychisch kranke Menschen eine Verbesserung der gemeindenahen Versorgung herstellen, selbst versorgen anstatt versorgt zu werden. Innovativ ist die gemeinsame Schulung und partnerschaftliche Zusammenarbeit von psychisch kranken Menschen, Profis und ehrenamtlich Tätigen. Beim ganz konkreten Aufbauen und Herstellen eines Netzwerkes, sowie der Ermittlung von Ressourcen und Bedarfen findet darüber hinaus eine alltagstaugliche, konkrete fachliche Qualifizierung statt.

Nachdem nun schon im vergangenen Jahr die Alfred-Döblin-Bilbliothek im Urbankrankenhaus mit Hilfe von Zuverdienstarbeitsplätzen nach langer Schließzeit wieder eröffnet werden konnte, sollte nun mit diesem Projekt die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen im Kiez verbessert werden.
Es ging also alles um das Thema Buch. Über eine planvolle und strukturierte Vorgehensweise wurde gemeinsam mit den Bibliotheksmitarbeitern ein ganz genauer Zeit- und Ablaufplan erarbeitet. Es wurden Lesungen in verschiedenen sozialen Einrichtungen des Bezirkes vorbereitet, organisiert und durchgeführt. 
Die Mitarbeiter/innen der Bibliothek, die alle bereits Psychatrieerfahrungen haben, hatten im Rahmen dieses Projektes u. a. die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten auszubauen und bestimmte Ängste abzubauen. Der Auftritt in der Öffentlichkeit war für viele Teilnehmer/innen eine große Herausforderung, konnte aber durch Rollenspiele, Atem- und Stimmübungen sowie durch soziales Kompetenztraining gut vorbereitet werden. Zusätzlich wurden auch Computerschulungen angeboten, die ganz genau auf die Teilnehmer/innen abgestimmt waren.
Es entwickelte sich im Verlaufe des Projektes eine sehr gute Zusammenarbeit mit den einzelnen Kooperationspartnern. Gemeinsam mit dem Seniorenamt wurde so
z. B. eine Lesungsreihe initiiert. Bis zum Ende des Jahres 2007 fanden 8 Lesungen statt, eine davon sogar als bilinguales Angebot in Türkisch und Deutsch. Diese Reihe soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.
Ein reger Austausch findet auch mit dem Berliner Büchertisch statt. In Kooperation mit anderen Trägern wurden und werden Bücherbasare veranstaltet.
Die Idee, gemeinsam mit psychisch Kranken ein Netzwerk aufzubauen, mit ihnen die Versorgung und Vernetzung im Bezirk zu verbessern, anstatt von anderen versorgt zu werden, hatte einen sehr positiven Effekt auf jeden einzelnen Mitarbeiter/jede einzelne Mitarbeiterin.

Berufswünsche - Berufsbilder

  • Träger: Freunde der Ellen-Key-Oberschule e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 30.09.2007
  • beantragte Fördersumme:10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Unter professioneller Anleitung werden Fertigkeiten und Fähigkeiten erworben, die das spätere Berufsziel fokussieren helfen und zur Persönlichkeitsbildung beitragen, indem sie konfliktlösend wirken und neue Wege zu einem starken „Selbst“ auffinden helfen.
  • Innovativer Aspekt: Die Auseinandersetzung mit dem Projektgegenstand stellt eine hohe Herausforderung für die Schüler dar. Generell weit über die bisher gemachten Erfahrungen im Schulrahmen hinausgehend, fordert sie von den Schülern Kreativität, Schöpfertum und das Hineinversetzen in räumliche Zusammenhänge.
    Weiterhin ist Mut im Umgang mit neuen Arbeitstechniken gefragt. Das Kennenlernen unbekannter Materialien und deren Bearbeitung, sowie die Bewältigung einer Projektaufgabe großer Dimension fördert das Problembewusstsein. Auch Ausdauer und Geduld, Engagement und Verantwortungsgefühl werden als soziale Kompetenzen wichtig.
    Das Projekt konnte Interesse wecken und dabei wichtige Impulse bei der eigenen Berufswahl geben. Nicht zuletzt wurden die Ergebnisse der Arbeit öffentlich präsentiert.


Unter Anleitung des Künstlers Herrn Thierfelder haben die Schüler/innen die alte Schüler-Cafeteria in ein Projektzentrum für gesunde Ernährung umgestaltet.
Neben der Wandgestaltung in Kaseinfarbtechnik wurden auch die im Raum befindlichen Säulen ansprechend umgestaltet. Die Schüler/innen bauten unter Anleitung auch Lampenschirme und Tische.
Ihre künstlerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten konnten sie beim Entwerfen und Realisieren von Mosaiken unter Beweis stellen.
Dabei wurden Talente entdeckt, handwerkliche und künstlerische Ideen entwickelt und das Wissen in vielen verschiedenen Bereichen erweitert.
In fast acht Monaten entstand so eine kleine Oase für die Sinne, in der sich die Schüler gern mit gesunden Gaumenfreuden befassen werden.
Und natürlich wurde der Raum auch feierlich eröffnet und präsentiert – mit einem gesunden Buffet.

 

Konzept Stadtbad – Aktive beteiligung Jugendlicher

  • Träger: L.I.S.T. GmbH
  • Laufzeit: 15.02.2007 – 15.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: 1. Aufbau eines Netzwerkes lokaler Akteure (Eigentümer Bezirk, Senat, Betreiberverein TSB e.V., LSB, Stiftungen, Beschäftigungsträger, JobCenter, Demkmalbehörde), das sich die denkmalgerechte Sanierung des Stadtbades Kreuzberg zum Ziel setzt.
    2. Unterstützung der einzelnen Akteure; örtliche, finanzielle und technische Voraussetzungen für die berufliche (Wieder-)Eingliederung von Arbeitssuchenden, die Sanierung und damit vor allem auch den weiteren Betrieb des Bades zu gewährleisten.
  • Innovativer Aspekt: Im Rahmen der Netzwerkbildung während der Projektlaufzeit und danach konnten jugendliche Arbeitslose am idealen Praxisbeispiel Sanierungsbaustelle berufliche Erfahrungen in Kooperation mit Fachfirmen des ersten Arbeitsmarktes sammeln. Das Projekt verknüpfte Berufsausbildung und Sanierung eines öffentlichen Kulturdenkmals bzw. einer wichtigen städtischen Sportstätte. Der Ansatz zur Netzwerkbildung war fachressortübergreifend. Die Aquise der Jugendlichen erfolgte weitestgehend stadtteilnah.

In diesem Projekt ist es gelungen, ein Curriculum zu entwickeln, das arbeitslose Jugendliche in die denkmalgerechte Sanierung des Stadtbades Kreuzberg einbindet.
Alle Schwierigkeiten, wie die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Handwerkskammer, die Aquise finanzieller Mittel für die Materialien und die Einrichtung von ABM-Plätzen durch das JobCenter, konnten beseitigt werden.
Das Konzept umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Den Jugendlichen werden durch verschiedene Dozenten u. a. Schulungen zu den Themen Badekultur in Berlin, Geschichte des Baerwaldbades, der Architekt des Bades Ludwig Hoffmann, Denkmalpflege, interkulturelle Bildung sowie eine Basisqualifizierung im Maler- und Tischlerhandwerk angeboten. Den überwiegenden Teil der Zeit verbringen die Jugendlichen aber mit der praktischen Arbeit im Stadtbad. Dabei sind sie unmittelbar in die Arbeit der Fachfirmen eingebunden.
Auch ein vierwöchiges Betriebspraktikum in einem Handwerksbetrieb ist in diesem Konzept vorgesehen. In welcher Art von Betrieb dieses Praktikum absolviert wird, ermitteln Sozialpädagogen durch Gespräche mit den Teilnehmer/innen, wobei Neigungen und Interessen im Vordergrund stehen.
Die erste praktische Erprobung des Konzeptes ist bereits erfolgt. Im Rahmen einer ABM konnten 20 Teilnehmer/innen in der Zeit vom 01.08.2007 – 30.04.2008 ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten erweitern.
Eine Fortsetzung der Maßnahme ist ab 01.05.2008 geplant.

 

Entdeckungsreise

  • Träger: Verein zur Förderung schwerhöriger Kinder e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 30.10.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Schwerhörige und gehörlose Schüler arbeiten am Ende ihrer Schulzeit gemeinsam an einem Gegenstand, um sich mit künstlerischen Ergebnissen öffentlich zu präsentieren. Dazu erlernen und praktizieren sie vielfältige handwerkliche Techniken und handeln vorzugsweise in Aktionsräumen außerhalb der Schule. Ihre durch die Hörbehinderung z. T. erfolgte Isolation wird aufgebrochen. Berufswünsche können wahrgenommen und gefördert werden.
  • Innovativer Aspekt: Das 100-jährige Jubiläum der Margarete-von-Witzleben-Schule-Berlin war Anlass für dieses Projekt. So  konnte sich die Schule mit zahlreichen Kunstprojekten in der Öffentlichkeit präsentieren. Innovativ ist vor allem die Erfahrung der Schüler/innen mit Kunst, die, durch die Individualität der betreuenden Künstler vermittelt, ihr ganz persönliches neues Erlebnis und eine Erweiterung ihres Erfahrungs- und Handlungsfeldes wurde.

Ansatz dieses Projektes war, die Schüler/innen über die Bildungsarbeit hinausgehende kreative Potenzen und Kompetenzen entdecken und erleben zu lassen, diese gemeinschaftlich zu entwickeln und zu stärken.
Die Schüler/innen wurden durch die Künstler Berbo und Claudia Thierfelder in Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Dagmar Wolgast in ihrer Projektarbeit angeleitet.
So entstanden z.B. die „standhaften Segeltürme“, die entlang der Frankfurter Allee auf dem Mittelstreifen zu bewundern waren. Es ging hier darum, das Zusammenspiel zwischen Stadt, Landschaft und Naturkräften mit künstlerischen Mitteln aufzunehmen, zu verstärken und durch Kunst Widersprüche und Zusammenhänge zwischen Landschaft, Stadt und Kultur erfahrbar werden zu lassen. Die Ausstellung der Skulpturen und Installationen gab den sonst durch ihre Behinderung isolierten Schüler/innen die Möglichkeit, sich wirkungsvoll in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Auch die Performance zur Einhundertjahrfeier der Schule war ein großer Erfolg.
Unterschiedliche freibewegliche Klangskulpturen, die eigene Stimme und andere Kunstobjekte kamen hier zum Einsatz. Die stark schwingenden Basstöne konnten selbst Gehörlose mitempfinden. Die Klangskulptur wurde zum Sprachrohr. Es wurden kleine Werke geschaffen, die zwischen einzelnen Verabredungen genügend Raum für Improvisation boten. Das Projekt konnte Interessen wecken und dabei wichtige Impulse bei der eigenen Berufswahl geben.

Musik verbindet – Kunst im RuDi und Nixenkai

  • Träger: Berlin-Brandenburger Bildungswerk e.V.
  • Laufzeit: 01.03.2007 – 31.10.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Planung und Durchführung einer Musikoffensive in den Nachbarschaftszentren RuDi und Nixenkai als selbst organisierte Facetten von Kiezkultur mit und für benachteiligte Menschen aller Altersgruppen in Friedrichshain, zur Verstärkung der positiven Bindung an die Kieze und als Beitrag zur Integration. Das Projekt ist zugleich Phase des Tests der Gründung einer interkulturellen Musikschule durch die Akteure.
  • Innovativer Aspekt: Mit dem Projekt wird in Friedrichshain ein neuartiges Netzwerk der selbst organisierten, interkulturellen Kunstarbeit im Bereich der Nachbarschaftszentren erzeugt, das auf der Grundlage der Standortvorteile der Nachbarschaftszentren einen wirksamen Beitrag zum Abbau von Benachteiligung leisten kann. Im Verlaufe des Projekte waren verschiedene Altersgruppen involviert, so dass sich auch ein integrativer Bogen spannen ließ. Den Akteuren und sonstigen Beteiligten half dieses Projekt, künftige berufliche Ziele gemeinwesenorientiert in Angriff zu nehmen.

Im Rahmen dieses einzigartigen Projektes wurde u. a. durch das Nachbarschaftszentrum RuDi eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Konzert – Talk – Kulinarisches“ gestartet.
Dazu wurden noch gänzlich unbekannte Musiker/innen geworben, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich dem Publikum zu präsentieren, denn viele Künstler/innen haben tolle Ideen, machen super Musik, aber haben keine Möglichkeiten, ihre Songs öffentlich zu machen. Und das Publikum war begeistert!
Im Anschluss an die Live -Konzerte im RuDi hatten die Besucher/innen noch Gelegenheit, mit den Musiker/innen ins Gespräch zu kommen und sich über Sorgen und Nöte, aber auch über Visionen und neue musikalische Experimente zu unterhalten.
Die Auftritte wurden mitgeschnitten und auf einer DVD veröffentlicht.
Zusätzlich konnten die Künstler/innen live im Radio Friedrichshain auftreten und ihre eigenen Songs im Internet präsentieren.
Ein besonderes Geschenk für die Musiker war aber die Erstellung einer Demo-CD, mit der sie sich und ihre Songs weiteren Veranstaltern vorstellen können.
Auch die ehrenamtlich arbeitenden Produzent/innen dieser CD’s profitierten davon, denn sie alle sind ausgebildet, haben aber noch wenig Praxis in ihrem Beruf. Mit diesen Demo-CD’s können sie für sich und eine berufliche Anstellung werben.

Kiezzeitung Rummelsburger Bucht/Alt-Stralau

  • Träger: Berlin-Brandenburgisches Bildungswerk e.V.
  • Laufzeit: 01.03.2007 – 31.10.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: Das Projekt sollte dazu beitragen, die lokale Identität der Anwohner beider Stadtteile in ihren Kiezen (Rummelsburger Bucht und Alt Stralau) zu befördern, Vereine, Initiativen und interessierte Bürger zu vernetzen und einen engeren Bezug zum Wohngebiet herzustellen, das verwaltungstechnisch in zwei Bezirke (Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg) getrennt wurde.
  • Innovativer Aspekt: Noch vor ein paar Jahren schlummerten die beiden Ortsteile in einem "Dornröschenschlaf". Die wenigen Anwohner in den alten Häusern zogen weg. Bis die Aktivitäten der Wasserstadt GmbH alles umkrempelten. Im Entwicklungsgebiet entstanden neue Häuser,  neue Bewohner kamen hinzu und dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Begleitet wurde dieser  Zeitraum durch die Betroffenenvertretung, die die Wünsche und Sorgen der Anwohner aufnahm und nach Partnern für deren Lösung suchte. Diese Begleitung entfiel zum Jahresende 2006. Das Besondere ist, dass die beiden Ortsteile Rummelsburger Bucht und Alt-Stralau in zwei Berliner Bezirken liegen. Neue Formen der Kommunikation müssen also über Bezirksgrenzen hinweg gefunden werden. Und diese neuen Formen der Kommunikation sind nötig. Noch haben sich in beiden Ortsteilen nicht die erforderlichen soziokulturellen Strukturen entwickelt, die Jugendlichen, Kindern, Alleinerziehende, jungen Familien, Frauen, Senioren und anderen Gruppen und sozial Benachteiligte Raum geben.

Das Projekt zielte auf den Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements rund um die Nachbarschaftseinrichtung Nixenkai und in dem jungen Quartier auf die Verbesserung der Quartierskommunikation. Gemeinsam mit dem Parallelprojekt des Nachbarschaftstreffs von Die Kappe e.V. in Lichtenberg sollte es darüber hinaus helfen, die Zusammenarbeit an der Grenze der beiden Stadtbezirke Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg zu verbessern.
Nach Gründung des Redaktionsteams im Frühjahr wurde mit der Aquise der Nachbarinnen und Nachbarn begonnen. Es gesellten sich im Verlauf der Arbeit immer mehr Artikelautoren zur Kernmannschaft.
Die Zeitung wurde über die Nachbarschaftseinrichtungen in die Haushalte verteilt und erscheint in einer Auflage von 3000 Stück. Nach Abschluss des Projektes konnte durch die Weiterführung der ehrenamtlichen Arbeit und durch die Beliebtheit bei den Anwohnern die Zeitung weiterhin einmal monatlich erscheinen. Und es gibt sie immer noch!

 

Umweltberatung von MigrantInnen für MigrantInnen

  • Träger: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
  • Laufzeit: 01.05.2007 – 30.09.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt.
  • Ziel: Vorbereitung einer Beratungskampagne zur Verbreitung von energiesparendem und klimaschonendem Verbrauchsverhalten in Migrantenhaushalten; Bedarfs- und Potenzialanalyse; Akquise von Kooperationspartnern und Multiplikatoren sowie Gewinnen von interessierten und beratungsbedürftigen Haushalten.
  • Innovativer Aspekt: MigrantInnen als Adressaten von Umwelt-, Energie- und Gesundheitsberatung; Durchführung der Beratung direkt in den Haushalten (praktische Beratung wird gewährleistet, Probleme vor Ort können direkt erkannt und darauf eingegangen werden, evtl. weitere notwendige Maßnahmen eingeleitet werden);
    Zugang über soziale Netzwerke, Beratung in Muttersprache. Durch persönliche Betroffenheit wird Sensibilisierung für Klima- und Umweltschutz erreicht und kann zu nachhaltigen Verhaltensänderungen führen.

MigrantInnen haben bisher kaum Zugang zum Thema Umweltschutz aber großen Beratungsbedarf, da Wissen um richtigen Gebrauch von Haushaltstechnik und Einsparpotenzial bei Strom, Heizung und Wasser gering ist, Personenzahl in MigrantInnenhaushalten überdurchschnittlich hoch ist und mangelnder Luftaustausch durch falsch verstandenes Sparbewusstsein oft zu gesundheitsschädlicher Schimmelbildung führt.
MigrantInnen nutzen kaum deutsche Beratungsangebote und Informationsmaterialen, da diese im Allgemeinen nicht auf ihre sprachlichen und kulturellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Aus diesem Grund sollte ein Beratungskonzept speziell für diese Personengruppe erstellt werden.
Begonnen wurde mit einer Bedarfs- und Potenzialanalyse zu den Schwerpunkten Energiesparberatung und Müll, um zu ermitteln, in welchen Gebieten des Bezirkes ein Bedarf an Umweltberatung besteht. Auch wurden so bereits bestehende Projekte und Strukturen ermittelt und besondere Ressourcen aufgedeckt. Es stellte sich heraus, dass die Bewohner nichtdeutscher Herkunft am besten über Bewohnerinitiativen erreicht werden können, weil die persönliche Ansprache dieser Zielgruppe sehr wichtig ist. Indirekte Kommunikationsmaßnahmen, wie z.B. Flyer im Briefkasten, haben sich als wenig aussichtsreich erwiesen.
Der nächste Schritt war die Akquise von Kooperationspartnern. Durch die Analyse wurden schon erste interessierte Kooperationspartner gefunden sowie Kontakte zu weiteren Ansprechpartnern von u.a. Bewohnerinitiativen aufgebaut. Besonders erfolgreich waren die Kooperationsgespräche im QM Wrangelkiez. Die im Wrangelkiez geplante Pilotphase eines Umweltberatungsprojektes wurde bereits beantragt und bewilligt.
Auf der Basis der Ergebnisse der Analyse konnte inhaltlich eine Beratungskampagne erarbeitet werden.
Die Beratungen werden in den Haushalten und in der jeweiligen Muttersprache der Bewohner stattfinden. Die Infoveranstaltungen und das Beratungsangebot werden auf die persönlichen und kulturellen Hintergründe und Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt. Die voraussichtliche Beratungsthemen und Schulungsinhalte für die in 2008 geplanten Schulungen wurden schon definiert und weiter konkretisiert.

Individuelle Beratung und Begleitung minderjähriger Mütter

  • Träger: Familienzentrum Menschenskinder e.V.
  • Laufzeit:15.03.2007 – 31.10.2007
  • beantragte Fördersumme: 5.260,36 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsplatz einsetzen
  • Ziel: Abbau von Vermittlungshemmnissen in den ersten Arbeitsmarkt durch individuelle Beratung, Hilfe zur Lebensplanung und Befähigung, vorhandene Hilfesysteme zu nutzen; Stärkung von Eigenverantwortung und elterlicher Kompetenz
  • Innovativer Aspekt: Die Zusammenarbeit eines freien Trägers (Menschenskinder e.V.) und des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes war sehr gewinnbringend. Der Zugang war damit gegeben und die Teilnehmerinnen haben eine positive Erfahrung mit öffentlichen Dienststellen gemacht. Es war eine individuelle Begleitung in den Amtsstrukturen möglich. Die Teilnehmerinnen wurden zur Nutzung der Angebote, Gruppen und Beratung des Familienzentrums motiviert und z. T. begleitet. Sie konnten ein persönliches Netzwerk aufbauen und sind mit den Strukturen der Ämter vertraut gemacht worden.

Nach der Auswahl der geeigneten Teilnehmerinnen in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst wurden wöchentliche Treffen mit den jugendlichen Müttern und ihren Kindern organisiert. Bei diesen Treffen wurde über verschiedene wichtige Themen gesprochen. So erhielten die Teilnehmerinnen z.B. Informationen zur Förderung der körperlichen und geistigen Entwicklung ihrer Kinder, zu Ernährung, Erziehung, der elterlichen Verantwortung sowie zur eigenen Lebensplanung wie z.B. über Möglichkeiten der Ausbildung mit Kind oder über die verschiedene Varianten einen Schulabschluss nachzuholen.
Wichtig war in diesem Projekt insbesondere der Aufbau einer sicheren und tragfähigen Beziehung zwischen Mutter und Kind durch professionelle Begleitung zu Beginn der Elternschaft.
In der Gruppe wirkte sich der wertschätzende und ressourcenorientierte Ansatz der Gruppenleiterinnen positiv auf den Umgang der Teilnehmerinnen untereinander aus. Der In der intensiven Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen des Kindes und eigener Bedürfnisse haben die Teilnehmerinnen ihre Rolle als Mutter angenommen und Verantwortung für sich und das Kind übernommen. Im weiteren Verlauf war eine Planung der Zukunftsperspektiven möglich. Deren Umsetzung nahmen die Teilnehmerinnen nach Projektende bereits in Angriff. 

Kreativwerkstatt für junge Erwachsene

  • Träger: Ladenwerkstatt „Delicatessen“
  • Laufzeit: 01.02.2007 – 31.10.2007
  • beantragte Fördersumme:10.170,00 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen.
  • Ziel: berufsorientierende Förderung von jungen Erwachsenen in den Hauptgeschäftsfeldern Siebdruck und Thermosublimation
  • Innovativer Aspekt: Den jungen Erwachsenen wird ein substantieller Einblick in die unternehmerische Tätigkeit, eine gestalterische und arbeitstechnische Grundschulung in den Arbeitsbereichen des Siebdrucks und der Thermosublimation und eine praxisnahe Berufsorientierung geboten. Siebdruck, Sublimationsdruck in Verbindung mit bestimmten Techniken der Druckvorlagenherstellung sind verhältnismäßig einfache, ergebnisnahe Ausdrucksmethoden, um die angefochtene Subjektivität zu leben und gleichsam auf Berufsfelder voranzuschreiten, die erreichbar sind.

Am Beispiel von Fliesen, Holzpostkarten oder T-Shirts bekamen die jungen, arbeitslosen Erwachsenen einen Einblick in den Produktionsablauf, von der Planung, Gestaltung über die Herstellung und den Verkauf. Auch der Einblick in unternehmerische Tätigkeiten, wie z. B. Kalkulation, Werbung und Buchführung wurde ihnen geboten.
Nach einer Einführung in die Gestaltungsprogramme Freehand und Photoshop konnten sie sich ein Motiv aussuchen, das sie verarbeiten möchten.
Die Teilnehmer/innen erlernten den Umgang mit relevanten Maschinen und Anlagen (Belichtungstisch, Drucktisch, Hitzepresse u. ä.) um die ausgewählten Motive auf den entsprechenden Untergrund zu bringen.
Je nach Verfahren wurden T-Shirts bedruckt, Fliesen und Holzpostkarten gedruckt oder auch Kühlschrankmagneten mit eigenen Motiven gestaltet.
So wurden arbeitslosen Jugendlichen neben wichtigen Fähigkeiten und Kenntnissen auch Mut und Freude an kreativer Arbeit vermittelt. Sie haben erfahren, dass Arbeit spannend sein kann und Spaß macht und dass es möglich ist, mit seiner Kreativität, seiner Individualität, seiner Persönlichkeit einen Platz in der Arbeitswelt zu erstreiten.