Vorstellung der LSK-Projekte 2006

Im Jahr 2006 konnten 31 LSK-Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von ca. 300.000 € in unserem Bezirk gefördert werden.

Nachfolgend können Sie sich über einen großen Teil der LSK-Projekte des Jahres 2006 informieren.

Weiterhin wurden im Jahr 2006 folgende Projekte bewilligt:

  • Ausbildungsförderung in Migrantenbetrieben
  • Kulturveranstalter
  • Strohlinka e.V. "Europa in Friedrichshain"
  • Perspektiven erweitern - Zukunft gestalten
  • Kreuzberger Lückenschluss
  • Unterstützung und Beratung jugendlicher Mütter
  • Berufswelt in der Schule
  • Snacks - on - Bikes
  • Recycling- und Wertstoffaufarbeitung
  • an-locked - ein alternatives Branchenbuch für Friedrichshain-Kreuzberg
  • Gastro-Werkstatt

Projektbeschreibungen

Aufbau eines ökologischen Teiches

  • Träger: Berlin-Brandenburger Bildungswerk e.V.
  • Laufzeit: 16.01.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.000 €
  • Förderschwerpunkt: Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel: Planung, Anlage, Dokumentation und Nutzung eines ökologischen Teiches auf der Halbinsel Stralau durch Berufsschüler der August-Sander-Schule, Berufsschule mit sonder-pädagogischer Aufgabe, Fachbereich Agrarwirtschaft unter Mithilfe von Anwohnern und der Thalia-Grundschule
  • Innovativer Aspekt: Schaffung eines neuartigen Netzwerkes, in dem wesentlich benachteiligte Menschengruppen von Anfang an gleichberechtigt eingebunden sind und Erhöhung der Attraktivität des Wohngebietes.

Aus den zahlreichen Ideen zur Gestaltung des Teiches wurde gemeinsam mit allen Beteiligten die entsprechende Projektauswahl getroffen.
Die Berufsschüler haben aufgrund ihres Fachwissens die Hauptanteile in der Planungs- und Bauphase übernommen. Sie erhielten die Möglichkeit, ihr erworbenes theoretisches Wissen unter Einbeziehung vieler verschiedener Ideen in die Praxis umzusetzen.
Bei der Realisierung wurden sie durch Anwohner, Baufirmen, das Nachbar-schaftszentrum Nixenkai und ansässige Gewerbetreibende unterstützt (z.B. bei der Entsorgung des alten Betonteiches oder der Herstellung von Gartenmöbeln und der Teichbrücke).
Da während der Bauphase bekannt wurde, dass sich die langfristige Nutzung des Nachbarschaftshauses und des angrenzenden Geländes zum Teil ändern wird (vorübergehende Nutzung als Hort und spätere teilweise Nutzung als Kita), wurde die Gestaltung der angrenzenden Außenanlage mehr auf Kinder ausgerichtet. Dabei wurden die beteiligten Kita- und Schulkinder auch intensiv in die Planung eingebunden. So entstand auch, in Zusammenarbeit mit Schauspielern, das Teich-Puppentheater.
Durch das Engagement und die gute Zusammenarbeit vieler Kooperationspartner wurde hier ein interessanter Biotop geschaffen, der die Attraktivität des Wohngebietes erhöht und, eingebunden in das Naherholungsgebiet, allen Menschen zugänglich ist. Die Nutzung und die Pflege des Teiches und des umliegenden Gartens wird durch engagierte Anwohner, die Mitarbeiter des Nachbarschaftshauses und die zukünftigen
„Bewohner“ der Kita erfolgen.

Ein Kiez geht über sich hinaus

  • Träger: Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.
  • Laufzeit: 01.05.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.600,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel:
    Herausgabe eines Kundenführers, der die ansässigen Gewerbetreibenden zusammenfasst (Handel, Dienstleistungen, Gastronomie), Steigerung des Bekanntheitsgrades des Kiezes als Einkaufszone und Aufwertung des Images – dadurch Stabilisierung des örtlichen Gewerbes und seiner Beschäftigungsangebote
  • Innovativer Aspekt:
    Ein- und Anbindung anderer Einkaufszonen, überregionale Werbung für das Gebiet

Für die Herstellung eines Kundenführers wurden durch die Verantwortlichen viele Firmen und Gewerbetreibende rund um die Graefestraße aufgesucht, um ihr Interesse und ihr Engagement für den Kiez zu wecken.
Die Daten von etwa 90  Dienstleistern, Gastronomen und Einzelhändlern wurden gesammelt und mit Foto und Gebietsplan in diesem Kundenführer zusammengeführt. Ein Grafiker, der den Kiez gut kennt, hat diese Daten in eine ansprechende Form gebracht. Durch die Verteilung des Kundenführers Anfang 2007 wurde der Bekanntheitsgrad des Kiezes als Einkaufszone erhöht. Die übersichtliche ansprechende Form bietet dem Kunden alle nötigen Informationen über Gewerbe und Handel im Graefe-Kiez. Diese Daten sind auch per Internet im Firmenkatalog abrufbar (www.graefe-kiez.de).
Durch das Engagement des Nachbarschaftshauses ist es gelungen, weitere Gewerbetreibende in das Umfeld der Interessengemeinschaft Graefe-Kiez zu integrieren, so dass ein geschlossenes Auftreten des Kiezes nach außen möglich ist.
Die Kooperation mit einem weiteren LSK-Projekt brachte den Gewerbetreibenden die Möglichkeit, monatlich in der Zeitung „Kiez und Kneipe“ über aktuelle Veränderungen  auf dem Gebiet Handel, Gewerbe und Gastronomie fortlaufend zu berichten. Die ansässigen Gewerbetreibenden wurden durch dieses Projekt animiert, sich mehr für ihren Kiez zu nteressieren und zu engagieren.
Das ist gelungen und es gibt bereits Vorhaben für das Jahr 2007, durch selbst getragene Aktivitäten, diesen Kiez auch über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt zu machen.

Bücherkiste des Berliner Büchertisch e.V.

  • Träger: Berliner Büchertisch e.V.
  • Laufzeit: 10.04.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.919,47 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel:
    Entwickeln, Fertigen nd Auffstellen von Büchersammelkisten an verschiedenen Standorten, Erweiterung des Netzwerkes der Unterstützer für das Selbsthilfeprojekt Berliner Büchertisch e.V., Erhöhung des Bekanntheitsgrades
  • Innovativer Aspekt:
    Bandbreite der Partner, die im Projekt zusammenarbeiten. Der Modellcharakter ermöglicht dem Selbsthilfebetrieb BB e.V. die Umsetzungsfähigkeit weiterer Projektideen für die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen und arbeitsmarktfernen Personen zu erkennen  und somit realistischer zu planen.

Zahlreiche Helfer und Berater (z.B. Handwerker, die Kunsthochschule Weißensee, das Bezirksamt, angehende Juristen, verschiedene Firmen usw.) waren an diesem Projekt beteiligt.
Zu Beginn wurden drei verschiedene Bücherkistenmodelle entwickelt, gebaut und auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Dabei handelte es sich um ein Designermodell, entworfen von Absolventen der UDK, eine restaurierte alte Schuhsammelkiste der Fa. Efiba und eine umgebaute Weinkiste aus dem 30er Jahren. Die Weinkiste wurde speziell für das Yogazentrum im Bergmannkiez entwickelt, da dort ein andersartiger Standort und eine besondere Zielgruppe vorgefunden wurde.
Die Schuhsammelkiste erwies sich als sehr praktisch, wurde gemeinsam mit der Fa. Problech weiterentwickelt und schließlich in Serie produziert. Die Kisten wurden an öffentlichen Plätzen aufgestellt (z.B. im Rathaus Yorckstr., in der Marheinekehalle, im Nachbarschaftszentrum „RuDi“ usw.) und stießen auf reges Interesse. Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit hatte den gewünschten Erfolg.
Durch die Einnahmen aus den gespendeten Büchern können zukünftig die Ausgaben für Personal (Abholung) und Beschaffung gedeckt werden. Desweiteren konnten durch dieses Projekt drei 100€-Jobs vom BB e.V. übernommen und in einen festen Arbeitsvertrag überführt werden. Aufgrund dieser positiven Tendenz ist geplant, im Jahr 2007 weitere neun 100€-Jobs und zwei Studentenjobs zu schaffen.

Loming Modelabel – Friedrichshain ist tragbar II

  • Träger: Förderverein der kinder- und jugendpolitischen Arbeit e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel:
    Vermittlung von Berufsbildern, Studien- und Berufsorientierung, Gewähren von Einblicken in die Berliner Modeszene, Aufbau von Kooperationskontakten sowie die Möglichkeit einer öffentlichkeitswirksamen Darstellung
  • Innovativer Aspekt:
    Die generationsübergreifende Arbeit mit Kooperationspartnern ist
    eine große Herausforderung und bietet einen breiten Einblick in die 
    Bereiche der Modebranche. Das Aufeinandertreffen von islamischer und westlicher Kultur gewährleistet ein hohes Maß an Kreativität.

Aufbauend auf die Ergebnisse des ersten Projekts "Modelabel - Friedrichshain ist tragbar I" wurden die Jugendlichen auf die praktische Teamarbeit vorbereitet.
Beim Besuch von Modenschauen, Modelabels in Prenzlauer Berg, Ausstellungen zum Thema Mode und der Besichtigung verschiedener relevanter Bildungseinrichtungen erhielten sie weitere praxisbezogene Einblicke in die Berliner Modeszene. Die wöchentlichen Werkstatttermine wurden von den Teilnehmerinnen dazu genutzt, unter professioneller Anleitung individuelle Entwürfe zu gestalten und zu nähen. Für diese Entwürfe wählten sie selbständig die Stoffe aus und erwarben sie im Stoffgroßhandel.
Sie erlernten verschiedene Techniken beim Gestalten von Materialien und Präsentationsmappen.
Begleitend zu den Werkstattterminen diskutierten die Teilnehmerinnen in der Gruppe auch über inhaltliche Fragen, die das Thema Mode interessant, aber auch streitbar machen, darunter: Frauenbilder in der Mode, Mode und Kommerz, Schönheitsideale, Stilentwicklung, Geschmack und Identität und Grundlagen der Modegeschichte.
Zum Abschluss des Projektes wurde eine Modenschau veranstaltet, auf der die Teilnehmerinnen ihre selbstentworfenen Modelle einem geladenen Publikum vorstellten und somit die Ergebnisse ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit präsentierten.

Gesund leben auch in der Arbeitslosigkeit – Positiv denken

  • Träger:  Berliner Bildungswerk des ALV e.V.
  • Laufzeit: 01.07.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 5.900,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel:
    Langzeitarbeitslose, die unter gesundheitlichen Problemen
    infolge ihrer Arbeitslosigkeit leiden, sollen durch ein Gesundheits-training psychische Stabilität erhalten und lernen, persönliche Ressourcen zu aktivieren. Begleitend soll das Projekt genutzt werden, um förderliche Aspekte zu dokumentieren für gesundheitsbewusste Verhaltensweisen und für die Motivation zur Nutzung sozialer Netzwerke
  • Innovativer Aspekt:
    Das Projekt hat einen ganzheitlichen präventiven Ansatz. Die Entstehung bzw. die Verfestigung von körperlichen Erkrankungen in Zeiten von längerer Arbeitslosigkeit soll durch das Gesundheitstraining vermieden werden.

Bei diesem Projekt wurde den Betroffenen eine Mischung aus Diskussion und Bewegungsarbeit geboten. Die Teilnehmer nahmen den Zusammenhang zwischen dem psychischen Stress, der zum Teil durch die Arbeitslosigkeit verursacht wurde, und den belastenden körperlichen Auswirkungen wahr. Durch Diskussionsrunden, Bewegungs- und Atemarbeit und durch Vorträge wurde die Wahrnehmungsfähigkeit des persönlichen Umfeldes und das Selbstbewusstsein gestärkt. Die Teilnehmer wurden durch die Aktivierung ihres Selbsthilfepotentials bei der Integration in regionale Strukturen begleitet. Wichtig empfanden die Teilnehmer den Austausch untereinander und das Erarbeiten von Problemlösungen beim eigenen Zielfindungsprozess. Das Kurskonzept wurde so flexibel gestaltet, dass immer auf die Wünsche der Teilnehmer eingegangen werden konnte.
Im Ergebnis dieses Projektes ist zu erwähnen, dass 3 Teilnehmer befristete Stellen erhalten haben und 2 Teilnehmer eine sprachliche bzw. berufliche Weiterbildung begonnen haben.

Wandbemalung im Job-Center

  • Träger: Verein für soziale Kultur, Information und Pädagogik e.V.
  • Laufzeit: 27.02.2006 – 03.05.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.976,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel:
    Förderung der Entwicklung von selbständiger Tätigkeit
    Erlernen von Wandbemalungstechniken. Angebotserstellung,
    Kostenkalkulation usw. Den Besuchern des Job-Centers soll in
    einer alltäglichen Situation Kunst näher gebracht werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Die künstlerische Qualität der Wandbemalung zeigt, dass eine geschickte Verbindung von künstlerischem Potential und kompakter projektbezogener Ausbildung beispielhafte Ergebnisse liefern kann

Künstler und Auszubildende des Maler- und Lackiererhandwerks haben gemeinsam den Wartebereich für die unter 25-jährigen Besucher des Job-Centers gestaltet. Es wurden hier öffentlichkeitswirksamere Betätigungsfelder für die Künstler geschaffen und die Auszubildenden hatten Gelegenheit, ihr erworbenes Wissen kreativ umzusetzen. Bei diesem Projekt wurde ein bleibendes Kunstwerk geschaffen, das auch auf die Altersgruppe der Besucher dieses Teils des Job-Centers abgestimmt wurde. Die Künstler hatten die Möglichkeit, sich auch auf einer großen Fläche auszuprobieren und haben so ihre Erfahrungen erweitert und neue Betätigungsfelder für sich entdeckt.
Die Teilnehmer haben gelernt, Materialien und Techniken optimal einzusetzen. Durch den Einsatz von Computerprogrammen sind sie in der Lage, für Wandbemalungen die Vorstellungen der potentiellen Auftraggeber besser zu berücksichtigen und die Arbeiten wesentlich schneller als bisher auszuführen. Diese Kenntnisse tragen dazu bei, dass die Mehrheit der Teilnehmer auf viele Jahre hinaus in der Lage sein wird, professionelle Wandbemalungen anzubieten, die denen von erfahrenen Firmen in nichts nachstehen.

Bürgeraustausch Berlin-Lyon

  • Träger: Obelisk e.V.
  • Laufzeit: 15.02.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 13.476,05 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen
  • Ziel:
    Ziel war der inhaltliche Austausch zwischen Bürgern aus Berlin und Lyon, um das Verständnis zwischen den Bürgern der EU zu stärken und die Motivation der Bürger zu erhöhen, sich stärker an den Projekten der Nachbarschaft zu beteiligen.
  • Innovativer Aspekt:
    Die Vernetzung von lokalen und europäischen Vereinen und Initiativen führt zu neuer Motivation im ehrenamtlichen Engagement sowie deren Anerkennung

Dieses Projekt, an dem sich Bürger aus Friedrichshain, Lichtenberg und aus dem Soldiner Kiez(Mitte) beteiligten, brachte allen Teilnehmern das gegenseitige Kennenlernen von Lebensgewohnheiten, -umständen und Lebensräumen und bildete die Basis für den Erfahrungsaustausch auf verschiedenen Gebieten. Bei dem gegenseitigen Austausch von jeweils 10 Bürgern für 5 Tage in die andere Stadt wurden die unterschiedlichsten Themen angesprochen. Die Teilnehmer erhielten einen Einblick in die Zusammenarbeit der Bürger mit den Kommunalverwaltungen, über die Maßnahmen zur Erhaltung und Erneuerung des URBAN II Gebietes, über kulturelle Aktivitäten zur Bürgerintegration und über die Bürgerbeteiligung in der jeweils anderen Stadt. Die Bürger haben erfahren, dass sich unterschiedliche Generationen und Nationalitäten sehr gut ergänzen und kulturelle Zusammenarbeit  und gegenseitige Unterstützung zwischen ihnen möglich ist, insbesondere dann, wenn die notwendige Sprachkompetenz vorhanden ist. Die gewonnenen Erkenntnisse und Erlebnisse des Erfahrungsaustausches haben die Projektteilnehmer an die Bürgerinnen und Bürger in den Kiezen vermittelt, um in den Vereinen und Initiativen Anstöße zu geben, für Chancen und Möglichkeiten zur Entfaltung eigener Fähigkeiten und der Notwendigkeit der Qualifizierung für die Anforderungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt. Vier der Projektteilnehmer bereiten sich derzeitig auf ihre Selbständigkeit vor.

Reintegrationsfreizeiten für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

  • Träger: Straßenkinder e.V.
  • Laufzeit: 01.01.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel: 
    (Wieder)aufnahme einer Schul- oder Berufsausbildung, neue Orientierung und Lebensmotto "Es lohnt sich zu leben", Freiraum schaffen für Veränderung und soziale Reintegration, Kreativität fördern und Selbstbewusstsein stärken, neuer Mut das Leben zu meistern und innere Verletzungen zu heilen
  • Innovativer Aspekt:
    Durch die bewusste Konfrontation von Mitgliedern verschiedener Szenen, wie z.B. Punks, Gothics, Hip-Hopper, Skater und relativ einfach strukturierten Jugendlichen ohne erkennbare Zugehörigkeit werden Toleranz und die sachliche Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Ansichten entwickelt.

Dieses Projekt richtete sich besonders an Jugendliche, die eine Schul- oder Berufsausbildung abgebrochen haben oder arbeitslos sind.
Durch verschiedene Freizeitaktivitäten, Gruppen- und Einzelgespräche wurden die Teilnehmer dazu gebracht, wieder über den Sinn des Lebens nachzudenken und eigene Ziele und Wünsche für die Gestaltung ihres Lebens zu formulieren. Bei der Planung und Vorbereitung der Aktivitäten und Workshops waren die Jugendlichen aktiv beteiligt. Eigene Wünsche und Ideen flossen ein, so dass gerade sportliche und künstlerische Aktivitäten auf großes Interesse stießen. So konnten sich die Jugendlichen z.B. beim Surfen, Kanufahren, Snowboarden, Radfahren oder bei zahlreichen Abenteuer-, Gruppen- oder Ballspielen „auspowern“. Bei Theater-, Musik- und Kreativworkshops entdeckten viele Teilnehmer ihre eigene Kreativität wieder.
Aber auch in Gesprächsrunden über verschiedene Themen, wie z.B. Sexualität und Körperempfinden oder Gewalt und Drogen, konnten die Jugendlichen Erfahrungen austauschen und über Meinungen und Ansichten diskutieren. Toleranz und Respekt waren somit weitere Lernergebnisse und Herausforderungen für die Teilnehmer. Die vertraulichen Einzelgespräche mit den Jugendlichen waren der intensivste Teil der Arbeit.
Die Mitarbeiter spendeten Hoffnung und Trost. Bei speziellen Problemen konnten sie gemeinsam mit den Jugendlichen Lösungen und Perspektiven erarbeiten und auch an anderweitig geschultes Personal weiter vermitteln.
Während des Projektzeitraumes fassten die Jugendlichen neuen Mut, das Leben zu meistern. Das Wiederentdecken eigener verloren gegangener Fähigkeiten und Vorlieben führte dazu, dass neue Wege beschritten wurden, was sich beispielsweise durch die Wiederaufnahme einer Schulausbildung oder die Bereitschaft in einer betreuten Wohnform zu leben, zeigte.

Frühlingserwachen im Quartier Belle Alliance

  • Träger: Verein Quartier Belle-Alliance e.V.
  • Laufzeit: 15.02.2006 – 23.04.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.050,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Förderung von Kleinstvorhaben zur Entwicklung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel:
    Ziel des Projektes war es, durch das Aufstellen und Schmücken von Vasen im Quartier, verschiedene Personen- und Kulturgruppen in Kontakt zu bringen und das Quartierbewusstsein bei den Gewerbetreibenden, den Kindern, deren Eltern und den Anwohnern zu entwickeln.
  • Innovativer Aspekt:
    Zum ersten Mal wurde quartiersweit eine Zusammenarbeit zwischen Kindereinrichtungen, Gewerbetreibenden und Institutionen erfolgreich initiiert.

Die Idee zur Verschönerung des Stadtbildes stieß sowohl bei den Kindereinrichtungen als auch bei den Gewerbetreibenden auf sehr großes Interesse. Eifrig wurde in den Kitas, Kinderläden und Schulen gebastelt.
Mehr als 100 Vasen mit geschmückten Frühlingssträußen konnten vor Geschäften und Firmensitzen im gesamten Quartier aufgestellt werden.
Jede Vase wurde mit dem Namen der Einrichtung beschriftet, die den Strauß geschmückt hatte. Bei der Auftaktveranstaltung vor dem Rathaus in Kreuzberg boten mehrere Kindereinrichtungen musikalische Beiträge auf der eigens dafür aufgebauten Bühne. Die Gewerbetreibenden sponserten dafür kleine Aufmerksamkeiten. Die Resonanz aller Beteiligter und Anwohner war ausschließlich positiv.

Selbsthilfegruppen für Alleinerziehende

  • Träger: Familienzentrum Menschenskinder e.V.
  • Laufzeit: 16.02.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 2.170,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Förderung von einzelnen Aktionen zur beruflichen Eingliederung
  • Ziel:
    Ziel des Projektes war es, die Eltern zu entlasten, Erziehungsfragen zu klären und den Umgang untereinander unter Berücksichtigung kultureller und entwicklungspsychologischer Aspekte zu gestalten. Des Weiteren sollte über die Themen Unterhalt, Umgangsrecht und Umgang mit Behörden informiert und beraten werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Durch die Verlegung der Angebotszeiten auf den späten Nachmittag und das Wochenende wurde die Zielgruppe der Alleinerziehenden erreicht. Die Verbindung von offener Familienarbeit und Selbsthilfegruppen wurde gut angenommen.

Zu Beginn des Projektes wurden die TeilnehmerInnen intensiv begleitet.
In den kontinuierlichen Treffen der Gruppe wurde ein Themenkatalog erarbeitet, der nach und nach abgearbeitet wurde. Durch Eigeninitiative und Engagement der Projektteilnehmer und des Vereins entstand so ein privates Netzwerk, dass zur unmittelbaren Entlastung der alleinerziehenden Eltern beiträgt. Die Eltern gewannen Sicherheit im Umgang mit Behörden. Sie nutzten und nutzen die Ressourcen der Gruppe und die Möglichkeiten des Familienzentrums, um Unterstützung und Beratung zu erhalten. Durch die Teilnahme an diesem Projekt ist es den Eltern möglich, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen. Eine Selbsthilfegruppe besteht auch über den Projektzeitraum hinaus weiter.

Migranten gründen – Wettbewerb der Geschäftsideen

  • Träger: LOK e.V.
  • Laufzeit: 27.06.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.970,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung bei der Existenzgründung
  • Ziel:
    Migranten bis 25 Jahre aus Kreuzberg sollen mit Hilfe des
    Wettbewerbs motiviert werden, ihre Geschäftsidee zu entwickeln.
    "Schnellgründungen" sollen verhindert und die Leistungskraft ethnischer Ökonomie transparenter werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Mit Hilfe des Wettbewerbs wurden junge MigrantInnen, die über eine Geschäftsidee verfügen, motiviert, sich mit ihrer Idee auseinander zu setzen, sie zu formulieren und dabei auch Beratung anzunehmen. Auf diese Weise gelang es, sie an Angebote des bezirklichen Netzwerkes LONEX heranzuführen und sie mit ihnen vertraut zu machen.

Bei dem Programm sollten junge Menschen bis 25 Jahre ihre Geschäftsideen entwickeln und darzustellen. Nach der Auswahl der beteiligten Schulen aus den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln wurden zusammen mit Lehrern und Kooperationspartnern Workshops für die Schüler entwickelt und durchgeführt. Dabei wurden sie für die Idee der Selbständigkeit sensibilisiert und mit entsprechenden Informationen über Beratung und Begleitung versorgt. Die Schüler wurden auch dabei unterstützt, ihre Ideenskizzen in Gruppenarbeit zu Papier zu bringen. Die Ideen wurden gesammelt und durch eine Jury, bestehend aus 5 Vertretern aus Wirtschaft, Vereinen und Unternehmen, ausgewertet. Bei der Preisverleihung am 13.12.2006 wurden dann die Gewinnerinnen und Gewinner bekannt gegeben und prämiert.
Aus Friedrichshain-Kreuzberg haben insgesamt 47 SchülerInnen mit 22 Beiträgen am Wettbewerb teilgenommen. Den ersten Preis gewann die Idee "Jugend-Service-Agentur für junge Berlin-Touristen" von Emine Var, Laura Kollmar und Katharina Schroeter. Der zweite Preis ging an Paul Dornauer, der die Idee hatte, einen Abi-Service anzubieten. Damit möchte er vom T-Shirt über Aufkleber bis hin zur Abi-Party alles organisieren, was junge AbiturientInnen zum stressfreien Feiern brauchen.
Die aufgebauten sozialen Kontakte zu verschiedenen Institutionen und Multiplikatoren ermutigen einerseits zum Weitermachen, andererseits wurden über die Wettbewerbe viele Jugendliche mit Informationen versorgt, wo und wie sie sich beraten lassen können.

Capoeira – Training für Menschen unterschiedliche Herkunft und für Menschen mit und ohne Behinderung

  • Träger: Grupo Menino do Curuzu e.V.
  • Laufzeit: 01.04.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von beschäftigungsorientierten Netzwerken, die sich für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt einsetzen Unterstützung bei der Existenzgründung
  • Ziel:
    Die bestehende Kerngruppe des Vereins sollte gestärkt und die
    Kooperation mit verschiedenen Vereinen und Projekten ausgebaut
    werden. Für Contramestre Vagner sollten durch gezielte
    Weiterbildungsmaßnahmen die Grundlagen für seine Existenzgründung geschaffen werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Der Ausbau dieses Integrationsprojektes und die Schaffung einer Möglichkeit der sportlichen Betätigung für Menschen mit Behinderung sind in Berlin und Brandenburg einmalig.

In diesem Projekt trainieren ca. 50 Menschen unterschiedlicher Herkunft, aller Altersgruppen und mit oder ohne Behinderung. Beim Training erlernen die Teilnehmer die Bewegungen dieses Kampftanzes, das Spielen der Instrumente und das Singen der Lieder. Darüber hinaus vermittelt der Trainer, Contramestre Vagner Marques Leite, auch viele Kenntnisse über die Geschichte der Capoeira und damit über die Geschichte Brasiliens und den Kampf der Sklaven. Es ist gelungen, den Verein während der Projektlaufzeit zu erweitern und zu stärken. Durch öffentliche Auftritte, z.B. beim Familienfest auf dem Boxhagener Platz oder beim Tag der offenen Tür im Abgeordnetenhaus Berlin, wurde der Verein noch bekannter gemacht.
Das Training wird in den warmen Monaten auch gern in einen Park verlegt. Zu diesen Treffen sind dann auch Eltern und Freunde eingeladen zuzusehen. Durch die vielen öffentlichen Auftritte und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Projekten und Vereinen in ganz Berlin ist es gelungen, im Bezirk Pankow drei weitere Kindergruppen ins Leben zu rufen, die von Contramestre Vagner trainiert werden.

PLATZ DA

  • Träger: Agentur für Strukturentwicklung
  • Laufzeit: 15.06.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.717,60 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung bei der Existenzgründung
  • Ziel:
    Ziele dieses Projektes war es, Existenzgründer bei der gezielten
    Ansiedlung im Stadtteil (Petersburger Platz) zu beraten und zu 
    betreuen.
  • Innovativer Aspekt:
    Mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand wurde in kürzester Zeit ein Instrument zur Ansiedlungsunterstützung für Existenzgründer in benachteiligten Stadtquartieren aufgebaut und vernetzt.

Zu Beginn des Projektes wurde der leerstehende Gewerberaumbestand im Gebiet Petersburger Platz erfasst und in die bereits bestehende Gewerbeflächendatenbank eingepflegt. Ansiedlungsinteressierte Existenzgründer und andere Zielgruppen konnten sich so ab September 2006 im Internetportal über das Gebiet und die Ansiedlungspotentiale informieren und die Beratungsangebote des Projektträgers per Telefon, e-mail oder im Beratungsbüro in Anspruch nehmen. Im Projektzeitraum wurden 75 Kunden beraten und betreut, davon 16 im Rahmen einer intensiven Beratung.
Das Angebot ist auch nach Projektende auf dem Ansiedlungsportal www.gewerberaumboerse.de präsent, auch wenn Aktualisierungen nicht mehr möglich sind. Es besteht aber weiterhin die Möglichkeit sich zu informieren.

WEB - Wettbewerb ExistenzgründerBeratung

  • Träger: ViperMedia, M. Neumann & T. Rödiger GbR
  • Laufzeit: 15.06.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.990,60 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung bei der Existenzgründung
  • Ziel:
    Im Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens sollten jungen
    Existenzgründern kostenfrei ein Internetauftritt gestaltet werden und
    Ihnen damit eine bessere Möglichkeit bei der Vermarktung ihrer
    Leistungen und Produkte geboten werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Aus diversen Erkenntnissen von Unternehmensberatern fehlen Gründern oft die finanziellen Mittel, den Gründungsprozess auch im
    Marketing professionell zu gestalten. Beratung und kostenlose Hilfe setzen dort ein, wo die klassischen Beratungsangebote in der
    Vorgründungsphase enden. Die Chance der Multimediagesellschaft
    Sind für alle Gründer modifiziert nutzbar zu machen.

Nach einem öffentlichen Aufruf zur Teilnahme an einem Existenzgründer-Wettbewerb hat eine Jury lokaler Experten entschieden, welche der teilnehmenden Existenzgründer neben einer umfassenden Unternehmensberatung eine Website gewinnen. Die folgenden fünf überzeugendsten Konzepte wurden ausgewählt:

Eltern-Kind-Café Seumeling

Pastapresti

Keregan

design auf maß

carpeberlin

Junge Kunst in Friedrichshain – Ausstellungsreihe

  • Träger: Kunstkabine Berlin, Birte Forck
  • Laufzeit: 15.06.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 9.500,36 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel:
    Unterstützung und Begleitung von jungen KünstlerInnen auf dem Weg in die selbständige Tätigkeit. Ziel ist die Professionalisierung der KünstlerInnen und damit die Förderung der Erwerbsfähigkeit zur Sicherung der Existenz.
  • Innovativer Aspekt:
    Zum einen entsteht eine Kooperation von KünstlerInnen, die eine selbständige Tätigkeit  der beteiligten Akteure ermöglicht, zum anderen wird auf lokaler Ebene ein Ort geschaffen, an dem viele Menschen sich an zeitgenössischer Kunst erfreuen und mit den KünstlerInnen in Kontakt kommen können. Damit wird die „Kunstkabine Berlin“ ein frei zugänglicher Raum für Begegnungen und Kommunikation. Das bedeutet auch eine Bereicherung des lokalen Wohnumfeldes für die AnwohneInnen.

Die „Kunstkabine Berlin“ bietet im Rahmen dieses Projektes jungen Künstlern die Möglichkeit, ihre Kunst einem breiten Publikum zu präsentieren. Dabei werden die Künstler bei allen wichtigen Vorbereitungen unterstützt. Der Ausstellungsraum wird zur Nutzung kostenfrei überlassen und sie erhalten professionelle Beratung und Hilfestellung beim Auf- und Abbau der Ausstellung, beim Gestalten der Einladungen, dem Erarbeiten eines Pressetextes für Printmedien und Internet und bei der Ausrichtung der Ausstellungseröffnung. Während des Projektzeitraumes konnten in der "Kunstkabine Berlin" 6 Einzel- und Gruppenausstellungen realisiert werden. Daran beteiligten sich 8 KünstlerInnen, die Betreiber und Organisatoren der "Kunstkabine Berlin" und viele Helfer und Besucher.

"Ein gutes Geschäft macht man nur mit einem guten Freund"

  • Träger: Kazik – Hoffmann & Kolberg GbR
  • Laufzeit: 01.04.2006 – 01.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel:
    Das Projekt hatte die Reintegration von Langzeitarbeitslosen und 
    körperlich behinderten Menschen am Arbeitsmarkt im Fokus. Anhand der Entwicklung und Vermarktung von Produkten sollten sie das nötige Know-How erwerben, um sich für die Anforderungen der New Economy fit zu machen.
  • Innovativer Aspekt:
    Das Prinzip "Learning on the Jobs" hat sich als effektiv erwiesen. Die Teilnehmer berichteten, dass ihnen das praxisorientierte Lernen viel gebracht habe. Es habe ihnen dabei geholfen, das Wissen in der darauffolgenden Theorie mit konkreten Arbeitsprozessen zu verknüpfen und dadurch bildhaft zu festigen.

Während des Projektzeitraumes durchliefen die Teilnehmer den kompletten Zyklus von der Produktentwicklung bis zur Vermarktung anhand eines Produktes. Bei der Entwicklung dieses Graffiti-Quartett-Kartenspiels trugen sie die Entwürfe von Graffiti-Künstlern zusammen, wählten die Motive aus und erarbeiteten eine Konzeption für die Vermarktung und PR-Arbeit. Während des gesamten Projektes erlernten und vertieften die Teilnehmer den Umgang mit den verschiedensten Computerprogrammen. Sie erhielten Einblicke in die Arbeit einer Druckerei und bekamen wertvolle Tipps für die Kontaktaufnahme zu Geschäftspartnern und für die stilvolle Bewerbung von Produkten.
Ihre Kenntnisse konnten sie bei der Messe "Bread and Butter" anwenden und vertiefen. Durch das neu erworbene Know-How erlangten die Teilnehmer ein selbstbewussteres Auftreten, wurden motiviert, sich auf dem Arbeitsmarkt zu präsentieren und bauten viele nützliche Kontakte auf.

Kiezzeitung für den Graefekiez

  • Träger: Kiez und Kneipe
  • Laufzeit: 01.08.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 5.992,50 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel:
    Ziel war es, die Bevölkerung über Gewerbe, Wirtschaft, kulturelle
    Veranstaltungen und Projekte im Kiez zu informieren. Dadurch sollte die Kaufkraft im Bezirk gehalten werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Die Vernetzung von Kiez, Handel, Gewerbe und Wirtschaft wird kostenfrei einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht.

Nach umfassenden Recherchearbeiten und dem Aufbau vieler Kontakte konnte auf dem Graefe-Kiez-Fest im September die Zeitung "Kiez und Kneipe" erstmals im Kiez vorgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt erschien auch die erste Ausgabe. Es wurde versucht, auf die speziellen Belange des Kiezes einzugehen, Gewerbetreibende vorzustellen, Wirtschaftsinformationen weiter zu geben und Veranstaltungstermine zu veröffentlichen. Das Interesse unter der Bevölkerung und den Gewerbetreibenden war groß, reichte aber nicht aus, um die Gräfekiezausgabe dauerhaft als eigenständige Zeitung herauszugeben. Aus diesem Grund wurde diese Teilausgabe ab Januar 2007 in das Mutterblatt "Kiez und Kneipe" integriert und dort werden nun in loser Folge Informationen und Termine für den Graefe-Kiez veröffentlicht.

Musterschneiderei und Zwischenmeisterei am Moritzplatz

  • Träger: ajb GmbH
  • Laufzeit: 01.09.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung
  • Ziel:
    Ziel der Maßnahme war die Vorbereitung  für den Aufbau einer
    Musterschneiderei und Zwischenmeisterei um die bereits bestehende
    Änderungsschneiderei zu erweitern und dadurch zusätzliche
    Qualifizierungsmöglichkeiten für MigrantInnen mit multiplen
    Vermittlungshemmnissen sicherzustellen. Neben der bereits praktizierten Qualifizierung in der Änderungsschneiderei sollte ein Qualifizierungsmodul im Bereich Musternäherei und Maßschneiderei entwickelt werden.
  • Innovativer Aspekt:
    Die Zielgruppe des Projektes hat die Möglichkeit, unter realen Bedingungen und speziell abgestimmter Betreuung und Qualifizierung die ersten Schritte in den Arbeitsmarkt zu unternehmen. Hierzu wurde eine Branche gewählt, die den Ressourcen der Zielgruppe entspricht und die unterschiedlichsten Kenntnisse und Fähigkeiten berücksichtigt. Die Tätigkeit der Musterschneiderei kann für die weitere berufliche Zukunft der MitarbeiterInnen Chancen und Potentiale ausloten und gezielt fördern.

Die Auswertung einer Vorab-Recherche ergab, dass es in Berlin nur wenige Schneidereien gibt, die in Serie produzieren. Wichtigster Grund ist der Mangel an Fachkräften in diesen Bereich. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis wurde ein Qualifizierungsmodul mit zwei aufeinander aufbauenden Teilen entwickelt, dass sich mit eine elfmonatigen Laufzeit an dem Berufsbild des Maßschneiders orientiert. Dieses Modul wurde durch die Handwerkskammer geprüft und bestätigt. Auf Grundlage dieses Angebotes können ab Juli 2007 5 Plätze eingerichtet werden, die durch das Job-Center gefördert werden sollen. Das Fachpersonal wurde im Bereich der Erwachsenenpädagogik qualifiziert. In der Praxis wurden bereits Workshops mit den TeilnehmerInnen durchgeführt. Auch ein Bewerbungstraining, Praktika und ein individuelles und gruppenbezogenes Training zur beruflichen Eingliederung fand statt. Beim Tag der offenen Tür am 19.01.2007 stellte sich das Projekt der interessierten Öffentlichkeit vor.

The swedish experience “Projekt Seescheune”

  • Träger: nordland-initiative e.V.
  • Laufzeit: 13.07.2006 – 31.12.2006
  • beantragte Fördersumme: 10.780,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung beruflicher Eingliederung
  • Ziel:
    Qualifikation und Stärkung junger Menschen für den ersten
    Eintritt in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im Bereich
    Holzbearbeitung/Holzbau, Förderung eines offensiven und problemlösungsorientierten Standpunktes im Berufs- und Privatleben, Erwerb von Schlüsselkompetenzen
  • Innovativer Aspekt:
    Die Grundidee des Projekts, rein fachliche Qualifizierung mit einem sozialen und persönlichen Lernumfeld zu verschmelzen und dabei dem Projektort einen großen Stellenwert einzuräumen, kann durchweg als innovativ, außergewöhnlich und nachhaltig eingestuft werden.

Bei diesem Projekt ging es darum, mit jungen Menschen einen in traditioneller skandinavischer Blockbauweise errichteten Scheunenboden in Südschweden zu sanieren und umzunutzen. Dabei sollten die Teilnehmer traditionelle Handwerkstechniken kennen lernen und vertiefen und globale Kompetenzen für eine selbstsichere Positionierung im Berufs- und Privatleben herausarbeiten. Die Vorbereitung des Projektes wurde wie geplant durchgeführt. Es wurden Kooperationspartner in Deutschland und Schweden akquiriert und die Öffentlichkeitsarbeit intensiv ausgeweitet. Trotz der Verlängerung des Anmeldeschlusses und nochmaliger Intensivierung der Akquisetätigkeit konnte nicht die erforderliche Anzahl von Teilnehmern für das Projekt gewonnen werden. Als mögliche Gründe könnten eine überhöhte Erwartung an die Teilnehmergruppe, die Überbewertung der Attraktivität der Projektinhalte für die Zielgruppe sowie eine Fehleinschätzung des Bedarfs innerhalb der angestrebten Zielgruppe genannt werden.  Die bis dahin von der Bauleitung erbrachten Recherche- und Vorbereitungsarbeiten können direkt in die Kooperation eingebracht werden. Ebenso verhält es sich mit den geplanten Aktivitäten schwedischer Kooperationspartner. Auch die bereits erstellte Internetpräsenz kann weiter verwendet werden. Die abschließende Realisierung des Projektes ist für das Jahr 2007 geplant.

Patientenbibliothek

  • Träger: ajb GmbH
  • Laufzeit: 01.07.2006 – 31.01.2007
  • beantragte Fördersumme: 10.000,00 €
  • Förderschwerpunkt:
    Unterstützung von Kleinstvorhaben zur Förderung bzw. Schaffung neuer Beschäftigung durch lokale Initiativen für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt
  • Ziel:
    Die Patientenbibliothek "Patienten helfen Patienten" hat einen doppelten Auftrag. Sie bietet Menschen mit seelischen Erkrankungen sinnvolle Tätigkeiten und eine regelmäßige Tagesstruktur, in der sie ihre beruflichen Kompetenzen trainieren und erweitern können. Patienten, die stationär behandelt werden, können verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
  • Innovativer Aspekt:
    Patienten mit akuten oder chronischen Erkrankungen, die sich in stationärer Behandlung befinden, werden durch das Dienstleistungsangebot der Patientenbibliothek in ihrem Genesungsprozess unterstützt. Dieses Dienstleistungsangebot wird von psychisch kranken Menschen bereitgestellt. Hierfür werden sie qualifiziert durch das Erlernen des Umgangs mit dem PC, Kundentraining und Unterstützung bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen. Diese Beschäftigung ermöglicht es ihnen, das Krankenhaus auch als Arbeitsplatz zu erfahren und durch ihr soziales Engagement persönliche Stabilität zu erlangen.

Nachdem die Mitarbeiter für die Patientenbibliothek ausgewählt wurden, begann die Vorbereitungsphase. Der Buchbestand, das Arbeitsmaterial und das Ausleihsystem  mussten gesichtet werden. Nach den allgemeinen Räum- und Putzarbeiten wurde mit der Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Plakate und Informationstafeln wurden ausgehangen und die neuen Mitarbeiter stellten sich persönlich bei der Pflegedienstleitung vor. Die 5 neuen Mitarbeiter wurden eingearbeitet und qualifiziert . Zwei Bibliotheksmitarbeiter steuern nun direkt mit dem Bücherwagen Stationen an und ermöglichen es den Patienten Bücher auszuleihen, ohne dass diese das Bett verlassen müssen.