PROGRESS

PROGRESS, das von 2007 bis 2013 laufende Programm der EU für Beschäftigung und soziale Solidarität, wird flankierend zum Europäischen Sozialfonds (ESF) eingesetzt. Es ersetzt die vier Aktionsprogramme der Europäischen Union, die bisher die sozialpolitische Agenda unterstützten und die Bereiche Bekämpfung von Diskriminierungen, Gleichstellung von Frauen und Männern, Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung sowie Anreizmaßnahmen für mehr Beschäftigung abdeckten.

Die EU hat PROGRESS ins Leben gerufen, um die Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen zu unterstützen, mehr und bessere Arbeitsplätze und Chancengleichheit für alle zu schaffen. Die Öffentlichkeit erwartet von der EU, dass sie das soziale Europa stärkt und somit zu Wachstum, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung beiträgt.

Die Entwicklung und Umsetzung dieser Ziele erstreckt sich über folgende fünf Bereiche:

      • Beschäftigung
      • Sozialschutz und soziale Eingliederung
      • Arbeitsbedingungen
      • Nichtdiskriminierung
      • Gleichstellung der Geschlechter

Durch PROGRESS wird sichergestellt, dass die Sozialpolitik der EU sich auch weiterhin den wichtigsten politischen Herausforderungen verschreiben und sich auf Maßnahmen konzentrieren kann, die gemeinsame europäische Bemühungen erfordern. PROGRESS wird den Mitgliedstaaten dabei helfen, ihren auf EU-Ebene eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen und EU-Gesetze einheitlich umzusetzen und anzuwenden. In diesem Sinne wird das Programm mit den Regierungen, aber auch mit Behörden vor Ort, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Verbänden zusammenarbeiten.

Das Programmm verfolgt folgende sechs allgemeinen Ziele:

      • Verbesserung der Kenntnisse und des Verständnisses der Lage in den Mitgliedstaaten durch Analyse, Bewertung und genaue Beobachtung der politischen Maßnahmen
      • Hilfe bei der Entwicklung statistischer Instrumente und Methoden sowie gemeinsamer Indikatoren (die gegebenenfalls nach Geschlecht und Altersgruppen aufgegliedert sind) in den vom Programm abgedeckten Bereichen
      • Unterstützung und Überwachung der Umsetzung des Gemeinschaftsrechts und der strategischen Ziele der Gemeinschaft in den Mitgliedstaaten sowie Bewertung ihrer Wirksamkeit und Auswirkungen
      • Förderung von Netzarbeit und wechselseitigem Lernen sowie Ermittlung und Verbreitung bewährter Verfahren und innovativer Konzepte auf europäischer Ebene
      • Sensibilisierung der Beteiligten und der Öffentlichkeit für die verschiedenen politischen Bereiche
      • Verbesserung der Fähigkeit der wichtigsten europäischen Basisnetzwerke, die Strategien und Ziele der Gemeinschaft zu fördern, zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

Beispiele für Anwendungsbereiche der PROGRESS-Mittel:

      • Europaweite Studien wie Forschungsarbeiten zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
      • Sammlung statistischer Daten über Unfälle am Arbeitsplatz und arbeitsbedingte Krankheiten. Sammlung und Verbreitung von Ergebnissen aus Europäischen Umfragen unter der Erwerbsbevölkerung
      • Finanzielle Unterstützung europäischer Beobachtungsstellen wie das Europäische Beschäftigungsobservatorium (EBO), das Entwicklungen der Beschäftigungspolitik und die Trends auf den Arbeitsmärkten erfasst
      • Weiterbildung von Angehörigen der Rechtsberufe und politischen Akteuren
      • Bildung von Netzwerken mit nationalen Sachverständigen wie beispielsweise Rechtsexperten, in denen Erfahrungen ausgetauscht und Themen diskutiert werden, die sich aus dem EU-Arbeitsrecht und dessen Anwendung ergeben
      • Finanzielle Unterstützung EU-weiter NRO-Netzwerke, die soziale Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft, des Alters oder einer Behinderung bekämpfen und sich für die Gleichheit der Geschlechter einsetzen
      • Öffentliche Aufklärungskampagnen über politische Maßnahmen und Gesetze der EU in den Bereichen Soziales und Beschäftigung, darunter über die Konferenzen des Vorsitzes und das Sozialforum der EU

Finanzierung

PROGRESS verfügt für sieben Jahre (2007-2013) über einen Finanzrahmen in Höhe von 743,25 Millionen Euro.

PROGRESS steht den 27 EU-Mitgliedstaaten, den EU-Kandidatenländern und den EFTA/EWR-Staaten offen. Das Programm wendet sich an Mitgliedstaaten, örtliche und regionale Behörden, öffentliche Arbeitsverwaltungen und nationale statistische Ämter, doch auch spezialisierte Stellen, Universitäten und Forschungsinstitute sowie Sozialpartner und Nichtregierungsorganisationen können daran teilnehmen.

Die Kommission wird die Projekte, die finanzielle Unterstützung erhalten, entweder durch öffentliche Ausschreibungen oder durch Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen auswählen. Sie wird sich, mit einigen Ausnahmen, mit maximal 80% finanziell beteiligen.