Handlungsfeld 1: Nachhaltige Wirtschaftsförderung
Der Wirtschaftsstandort Friedrichshain-Kreuzberg weist eine vielfältige Gewerbestruktur auf.
Handel, Dienstleister, Handwerk und Industrie sowie Hotellerie und Gastronomie kennzeichnen die Struktur. Besonders stark vertreten sind Dienstleister aller Art sowie Einzel- und Großhändler.
In den letzten Jahren vollzog sich durch die Ansiedlung von kreativen Unternehmen in den Bereichen Musik, Mode, Design und Medien eine lokale Konzentration im Bezirk.
Diese wachstumsträchtigen Branchen sind durch geeignete Projekte zu stärken, um die lokale Wirtschaft weiter auszubauen. Darüber hinaus entwickelte sich die Tourismus-Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Bezirk. Auch hier gilt es die lokalen Potenziale durch geeignete Maßnahmen weiter zu entwickeln.
Ziele
Verbesserung der Kenntnis von Problemen, Entwicklungshemmnissen, aber auch Entwicklungspotentialen von Unternehmen bzw. Branchen zur Entwicklung wirtschaftsfördernder Ansätze
Die Bestandspflege ist eine der Kernaufgaben der bezirklichen Wirtschaftsförderung. Voraussetzung für eine effiziente Bestandspflege sind neben Unternehmens-Daten auch Kenntnisse über Schwierigkeiten, Entwicklungshemmnisse und Entwicklungspotentiale von Unternehmen.
Liegen diese vor, lassen sich Handlungsansätze für Politik und Verwaltung ableiten, um Hemmnisse zu beseitigen, Barrieren abzubauen und Wachstum zu unterstützen. Dadurch wird die Situation der Unternehmen am Standort verbessert. Dies trägt dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen, Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen.
Handlungsansatz:
Durch die Identifikation von Entwicklungspotentialen werden Chancen für Unternehmen und den Standort aufgezeigt. Neuansiedlungen bzw. Betriebserweiterungen können zielgerichtet unterstützt werden.
Der Fokus der Betrachtung richtet sich vor allem auf die vom Land Berlin definierten Wachstumsbranchen. Es besteht die Möglichkeit, Ergebnisse auch auf andere Branchen zu übertragen.
Maßnahmen/Projektschwerpunkte:
- Durchführung von Studien, die Erkenntnisse über Probleme/ Hemmnisse von Unternehmen liefern und Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung geben
- Installierung „Runder Tische“ zur Informationsgewinnung und zum Informationsaustausch (z.B. Tourismus, Kreativwirtschaft, Durchführung einer Veranstaltung pro Jahr)
- Monitoring der Wirtschaftsentwicklung im Bezirk
Bestandspflege für Kleine und Mittlere Unternehmen im Bezirk
Aktive Bestandspflege ist ein komplexes Aufgabenfeld, welches die bezirkliche Wirtschaftsförderung nicht allein lösen kann. Ein Netzwerk regionaler Akteure muss sich dieser Herausforderung stellen.
Das Ziel der Aktivitäten der Bestandpflege besteht darin, die Innovations- und Anpassungsfähigkeit sowie die Produktivität der privaten Wirtschaft zu steigern.
Handlungsansatz:
Neben Aktivitäten zur allgemeinen Bestandpflege werden gezielt Vorhaben zur Bestandspflege in ausgewählten Branchen gefördert, die mit den Berliner Kompetenzfeldern korrespondieren (z. B. Kreativwirtschaft, Gesundheitswirtschaft). Darüber hinaus sollen Aktivitäten zur Intensivierung der Kooperation zwischen Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft unterstützt werden.
Es ist beabsichtigt, die Aktivitäten der Bestandspflege auf kleinräumliche Gebiete im Bezirk zu konzentrieren, die im Zuge der Umsetzung des Aktionsplans noch genau zu identifizieren sind.
Maßnahmen :
z.B.
- Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus der „Kreativwirtschaftsstudie“ sowie aus weiteren Studien
- Evaluation der Ergebnisse des Retra-Projekts und Ableitung von Handlungsempfehlungen speziell für die Bestandspflege von Unternehmen der ethnischen Ökonomie
- Herausarbeitung von Handlungsschwerpunkten zur Tourismusförderung im Bezirk
- Entwicklung spezieller Modelle der Bestandspflege für Kleinstunternehmen im Bezirk
Ansiedlungsmanagement im Bezirk
Handlungsansatz:
Die zielgerichtete Ansiedlung von KMU und Existenzgründern wird auch in Zukunft fortgeführt werden. Die Aktivitäten werden sich besonders auf ausgewählte Gebiete des Bezirks konzentrieren (Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf, Bezirksregionen V, VI).
Maßnahmen:
- Fortführung von Ansiedlungskampagnen für noch zu bestimmende Gebiete im Bezirk und/oder für KMU ausgewählter Branchen
- Verknüpfung von Aktivitäten des Ansiedlungsmanagements mit Angeboten der Existenzgründungsförderung und der Stadtteilentwicklung
- Förderung von Zentren für Gründer ausgewählter Branchen
- Sammlung und Aufbereitung wirtschaftsrelevanter Standortinformationen
Unterstützung von Existenzgründungen
Im Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau wird der Bezirk als einer der gründungsfreundlichsten in Berlin hervorgehoben. Ziel ist es, das gute Gründungsklima zu erhalten und die Rahmenbedingungen zur Unterstützung von Menschen, die sich beruflich selbständig machen möchten, weiter zu verbessern.
Das gilt auch für Menschen, die arbeitslos sind oder nur ein geringfügiges Einkommen erzielen. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass bei Vermittlung oder Empfehlung von Gründungsberatern die Standards für eine qualitative hochwertige Beratung und Begleitung eingehalten werden.
Handlungsansatz:
Verstetigung des bisher modellhaft erprobten Ansatzes des Lotsen zur zentralen Erstinformation für Existenzgründer und Vermittlung von Gründungsinteressierte an qualifizierte Beratungseinrichtungen im Bezirk, Etablierung eines verlässlichen Zertifizierungssystems für die Gründungsberatung, stärkere Vernetzung von JobCenter, Wirtschaftsförderung und Gründungsintermediären bei der Vermittlung von Gründungsinteressierten an Beratungseinrichtungen.
Maßnahmen:
- Durchführung eines Projekts zur Etablierung von LONEX und eines verlässlichen Zertifizierungssystems
- verstärkte Kooperation mit dem JobCenter bei der Unterstützung arbeitsloser Menschen beim Aufbau beruflicher Selbständigkeit
- Unterstützung von GründerInnen-Netzwerken
Unterstützung und Entwicklung von Netzwerken für lokale Partner und KMU
Handlungsansatz:
Der Aufbau bzw. die Pflege von bezirklichen oder örtlichen moderierten Wirtschaftsnetzwerken soll als ein Element der Wirtschaftsförderung im Bezirk gefördert werden, um gezielt lokale Entwicklungspotenziale zu nutzen.
Maßnahmen:
- Koordination des Netzwerks der bezirklichen IG der Geschäftsstraßen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg durch die Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes (mindestens zwei Zusammenkünfte pro Jahr)
- Weiterentwicklung und Stabilisierung des Beraternetzwerks LONEX
- gezielte Unterstützung von Projektvorschlägen im Rahmen des Wettbewerbs „mittendrin“ durch das Bezirksamt
- Unterstützung branchenbezogener Netzwerke (z. B. der Gesundheitswirtschaft, der Tourismuswirtschaft u. a.)
- Unterstützung und Profilierung des Netzwerks mediaspree